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Mittwoch, 13.Dezember 2017
Nachhaltigkeit: Papiergroßhändler Antalis legt Fahrplan vor zoom

28.09.2017

Nachhaltigkeit: Papiergroßhändler Antalis legt Fahrplan vor

An den internationalen Wertpapierbörsen spielt Nachhaltigkeit mittlerweile eine Rolle. Das weiß auch die Antalis Gruppe, ein europaweit führender Großhändler für Papier und Verpackungen. Mitte Juni von ihrer Mutter Sequana als Antalis International an der Pariser Börse aufs Parkett gebracht, will man Anleger nicht nur mit Renditechancen locken, sondern auch mit klaren Nachhaltigkeitszielen bis 2020.

„Ich bin überzeugt, dass der Börsengang in Paris unser Wachstum nachhaltig fördern wird“, sagt Hervé Poncin, Vorstandsvorsitzender von Antalis International. Die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung sieht der Top-Manager dabei als „Mittel zur Schaffung von Möglichkeiten“. CSR fördere die Innovation und bilde eine „umfassende Plattform für die Entwicklung relevanter Lösungen“. Das sei es, was auch die Kundschaft wünsche. Poncin: „Das Umweltbewusstsein ist bei unseren Kunden tief verankert“.

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Zertifizierungssystem „Green Star“ legt Öko-Eigenschaften offen 

Um dieser Erwartung gerecht werden zu können, hat Antalis unter anderem ein eigenes Öko-Zertifizierungssystem namens „Green Star“ aufgesetzt. Die Kunden sollen damit leichter umweltfreundliche Papiersorten erkennen können. Papiere, die sich mit fünf Sternen zieren wollen, müssen mindestens zur Hälfte aus Recyclingfasern bestehen und Öko-Siegel wie das EU-Eco-Label tragen. Der verbleibende Frischfaseranteil muss zudem Vorgaben der Zertifizierungssysteme FSC oder PEFC genügen. 

Fast drei Viertel aller von Antalis verkauften Papiere trugen zuletzt mindestens drei Sterne; fünf Prozent sogar fünf. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns für das Jahr 2016 hervor. Der Nutzen der Papiere für Umwelt, Klima und Kunden ist demnach spürbar: „Die meisten der heute verwendeten Recycling-Papiere bieten die gleiche Qualität wie Papiere aus Frischfasern“, zitiert der Bericht die französische Umweltagentur Ademe. Die Produktion von Recycling-Papieren benötige „jedoch zwanzigmal weniger Holz, sechsmal weniger Wasser und nur halb so viel Energie“.

Nachhaltigkeitsbericht von Antalis, 2017
Nachhaltigkeitsbericht von Antalis, 2017

Transparente Nachhaltigkeit mit Lieferanten-Datenbank Antrak

„Unser Fokus“, sagt Dieter Becker, bei Antalis als Regionaldirektor Mitteleuropa tätig, „liegt auf der Verbreitung grüner Produkte, bei denen jeder nachvollziehen kann, woher sie stammen“. Der Papier- und Verpackungsriese (Umsatz 2016: 2,5 Milliarden Euro) verspricht Transparenz etwa hinsichtlich der Umweltfolgen oder Arbeitsbedingungen, die mit Einkauf und Produktion der benötigten Rohstoffe einhergehen. Auch hier setzt Antalis auf ein eigenes System: die Lieferanten-Datenbank Antrak. „Damit“, sagt Becker, „können wir alle relevanten Daten im Bereich CSR verfolgen.“

Infos finden sich in der Datenbank zum Beispiel zur Plantage, zur Baumsorte, zu den eingekauften Zellstoffsorten oder zur Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards bei den Zulieferern. Eingeführt wurde die Online-Plattform 2013, um die Kontrolle über die Lieferkette zu behalten und ökologische und unternehmerische Risiken, die aus Entwaldung oder illegaler Abholzung entstehen, besser identifizieren und abschätzen zu können. Becker sagt, mit dem System sei Antalis „beispielhaft in unserer Branche“. Auch bei den Lieferanten habe es sich erfolgreich etabliert. Laut Nachhaltigkeitsbericht waren in Antrak vergangenes Jahr 213 Lieferanten registriert. Fast drei Viertel aller vom Konzern eingekauften Waren wurden im Berichtszeitraum damit durchleuchtet.

Ziel: weniger Emissionen durch Transporte

Vorstandschef Poncin sieht in der Lieferanten-Datenbank ein Beispiel dafür, wie das CSR-Engagement seines Hauses direkten Mehrwert für dessen Kunden schafft. „Ich denke, es ist heutzutage unabdingbar, mit einem verantwortungsvollen, engagierten und respektvollen Partner zusammenzuarbeiten, um eine nachhaltige Geschäftsbeziehung aufzubauen.“ Seine Nachhaltigkeitsstrategie hat der Konzern jüngst mit neuen Zielen unterlegt. Sie sollen bis 2020 erfüllt werden. Unter anderem will der Papier-Großhändler bis dahin 85 Prozent der von ihm bezogenen Lieferungen „in einen verantwortungsvollen Nachverfolgungsprozess“ einbinden.

Außerdem will Antalis, dessen deutscher Ableger seinen Hauptsitz im rheinischen Frechen hat, bis zum Beginn der nächsten Dekade seinen CO2-Fußabdruck verkleinern. Als größter Hebel wurden die Emissionen ausgemacht, die beim Transport der Waren zum Kunden entstehen. Da Antalis diese Leistung größtenteils auslagert, setzt das Unternehmen auf Partner mit „grünen“ Transportlösungen. In der französischen Region Rhone-Alpes-Auvergne ist das beispielsweise der Dienstleister XPO Logistics, einer der landesweit ersten Träger des Labels „Objectif CO2“. Mit der Auszeichnung honoriert die französische Umweltagentur Ademe nachhaltige Mobilitätsangebote.

Energieverbrauch in Warenlagern senken

2020 sollen 90 Prozent aller durch den Transport entstehenden Emissionen über die Antrak-Datenbank überwacht werden. Mit Sammlung und Aufnahme entsprechender Daten in das System hat der Konzern Anfang des Jahres begonnen. 2020 sollen daneben alle 96 Hauptlager den Anforderungen der internationalen Öko-Norm ISO 5001 genügen. Insgesamt betrifft das 620.000 Quadratmeter Lagerfläche, die im vergangenen Jahr für den Ausstoß von rund 27.000 Tonnen CO2 verantwortlich waren. Um den derzeitigen durchschnittlichen Energieverbrauch von rund 75 Kilowattstunden pro Quadratmeter weiter zu senken, erarbeiten die regionalen Einheiten jetzt eigene Energiestrategien.

Weiter ausgearbeitet werden soll in den nächsten drei Jahren auch die konzernweite CSR-Strategie: Bis 2020 will Antalis messbare Ziele entwickeln, unterstützt durch standardisierte Berichtsverfahren und validiert durch unabhängige Drittorganisationen. Gleichzeitig will der Konzern ein Netzwerk von CSR-Verantwortlichen in allen Branchen und für alle Initiativen ausbilden werden. Am Ende des Prozesses sollen sich CSR und Nachhaltigkeit dann nahtlos in das Geschäftsmodell der Gruppe einfügen. Vorstandschef Poncin erhofft sich davon ein „Sprungbrett für positive Veränderungen und Entwicklungen“.

 
Quelle: UmweltDialog

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