18.10.2018

28.02.2018

Unternehmenskultur

Gemeinwohl – eine wichtige Säule unseres Selbstverständnisses

Unternehmen und Gesellschaft stehen in einer lebendigen Wechselbeziehung zueinander. Als Teil der Gesellschaft leisten Unternehmen und Organisationen einen Beitrag zu ihrem Gelingen und sind gleichzeitig darauf angewiesen, dass sie von der Gesellschaft im Sinne einer „License to operate“ akzeptiert werden. Indem immer mehr Menschen und Gruppen sich eine Meinung bilden über das, was in Unternehmen geschieht und es in sozialen Netzwerken kommunizieren, nimmt die Gesellschaft heute in zunehmendem Maße Einfluss auf Unternehmensentscheidungen, wenn nicht sogar auf den Unternehmenserfolg.

Gemeinwohl – eine wichtige Säule unseres Selbstverständnisses
EY unterstützt das Prinzip des Gemeinwohls auch mit Initiativen.

Von Annekatrin Nowotny, Business Partner Corporate Responsibility GSA, EY

Unternehmen stehen somit vor der Herausforderung, die Werte- und Bedürfniswelt ihres gesellschaftlichen Umfelds besser zu verstehen und in Entscheidungen zu reflektieren. Leistet z.B. eine bevorstehende Akquisition einen potentiell positiven Beitrag zum Gemeinwohl oder wird sie eher kritisch gesehen? Und welche Auswirkungen könnte eine kritische Haltung der Gesellschaft gegenüber einer solchen Entscheidung auf den weiteren Erfolg des Unternehmens haben; auf Produktakzeptanz oder evtl. auf das „employer branding“? Letztlich ist es wichtig für Unternehmen zu verstehen, dass die Gesellschaft bei allen Entscheidungen immer mit am Tisch sitzt.

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieser gesellschaftlichen Dynamik hat EY diese Fragestellung proaktiv nicht nur für sich selbst, sondern auch in ihren Dienstleistungen aufgenommen. Mit dem Selbstverständnis „Building a better working world“ wird die Rolle klar beschrieben, die EY global für sich beansprucht. Um diesem Leitgedanken gerecht zu werden, wird die Frage nach der gesellschaftlichen Wirkung auch in die Beratungsarbeit integriert. „Für EY ist die Frage des Beitrags zum Gemeinwohl eine wichtige Säule in unserem Selbstverständnis „Building a better working world“. Für uns ist klar, dass wir diesem Anspruch nur gerecht werden, wenn wir ihn nicht nur für uns selbst reflektieren, sondern auch in unsere Beratungspraxis und weitergehende Aktivitäten einfließen lassen“, sagt Markus Schweizer, Managing Partner Ernst & Young, Deutschland, Schweiz, Österreich. Damit engagiert sich EY für das nachhaltige Entwicklungsziel 8 der UN, das für dauerhaftes, inklusives und verantwortungsvolles Wirtschaftswachstum steht.

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Methodische Grundlage ist die von EY und der Handelshochschule Leipzig (HHL) sowie der Universität St. Gallen entwickelte und wissenschaftlich erprobte „Public Value Scorecard“. Sie evaluiert anhand der vier Grundbedürfnisse des Menschen, die die psychologische Forschung identifiziert hat, welchen Beitrag Unternehmen zum Gemeinwohl leisten. Entlang dieser Kategorien müssen sich Unternehmen die Frage stellen, ob sie

  • einen gesellschaftlichen Nutzen stiften, indem sie ein Problem lösen,
  • im Einklang mit dem moralischen Wertekanon ihres gesellschaftlichen Umfelds agieren,
  • einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten und
  • den Menschen eine positive Erfahrung ermöglichen.

Zusammen mit der Frage nach dem finanziellen Nutzen eines Unternehmens ergibt sich eine wissenschaftlich fundierte Basis, die Rolle eines Unternehmens im gesellschaftlichen Kontext zu verstehen und in Entscheidungen einfließen lassen zu können.

Der erste Platz des EY Public Value Award 2017 geht an Social Bee.
Der erste Platz des EY Public Value Award 2017 geht an Social Bee.

EY zeichnet gemeinwohlorientierte Start-ups aus

Für EY ist der Gemeinwohl-Ansatz aber nicht nur Bestandteil der Beratungspraxis, sondern auch Motor für eine Reihe von Initiativen wie etwa dem „EY Public Value Award for Start-ups“. Gemeinsam mit der HHL vergibt EY die Auszeichnung seit 2016 an Jungunternehmen, deren Geschäftsidee wachstumsorientiert ist und dabei ein gesellschaftliches Problem löst, moralisch-ethische Standards berücksichtigt oder das Zusammenleben zwischen Gruppen stärkt. „Im zweiten Jahr konnten wir mit dem EY Public Value Award ein Zeichen setzen. Public Value ist für Gründerinnen und Gründer mehr als nur ein kurzzeitiger Trend. Es ist ein Thema, das sie über alle Gründungsphasen hinweg begleitet“, so Markus Schweizer weiter.

Der Award bietet Gründern die Chance, die Einzigartigkeit ihres Geschäftsmodells vorzustellen. Er soll ihnen als Qualitätssiegel und positives Signal für die Öffentlichkeit und für potenzielle Investoren dienen, denn die gesellschaftliche Relevanz von Geschäftsideen ist zunehmend ein Investitionskriterium für Kapitalgeber. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Start-ups gleich zu Beginn die wirtschaftliche und die gesellschaftliche Perspektive bei ihrer Unternehmensgründung mitdenken. „Das hohe Interesse der Start-ups an diesem Wettbewerb zeigt: Jungunternehmen hinterfragen aktiv ihre gesellschaftliche Rolle, stellen sich mit ihren Gründungsideen den Themen und Fragen unserer Zeit und nutzen ihre Innovationskraft, um diese zu lösen“, sagt Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY Deutschland.

EY Public Value Award 2017

Das Start-up Social-Bee hat den EY Public Value Award 2017 gewonnen. Die Gründer aus München konnten sich beim Finale im Oktober vergangenen Jahres, das in der Kongresshalle am Zoo in Leipzig vor 250 Gästen stattfand, gegen sechs Finalisten durchsetzen. Insgesamt hatten sich 120 Start-ups für den Preis 2017 beworben.

Die Geschäftsidee von Social-Bee im Überblick:

  • Das Jungunternehmen ist die erste gemeinnützige Zeitarbeitsfirma in Deutschland, die Geflüchtete in Arbeitsmarkt und Gesellschaft integriert. Social-Bee stellt die Betroffenen an und leitet sie an interessierte Unternehmen weiter. Darüber hinaus unterstützen die Gründer Geflüchtete mit sozialpädagogischer Betreuung, Sprachkursen oder Teilqualifikationen.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Berliner Start-ups SirPlus und Coffee Circle. Der Publikumspreis ging an Companion2Go.

  • SirPlus arbeitet mit Produzenten und Großhändlern zusammen, um überschüssige Lebensmittel wieder in den Verwertungskreislauf zurückzubringen. Zunächst bietet das Jungunternehmen die Produkte in einem Food Outlet Store an. Später soll ein Marktplatz folgen, um Angebot und Nachfrage zusammenzuführen.
  •  Coffee Circle will einen über die gesamte Wertschöpfungskette fairen Kaffeehandel etablieren. Der Rohstoff wird auf traditionelle Weise angebaut und in der eigenen Rösterei weiterverarbeitet. Mit jeder Tasse Kaffee unterstützt das Start-up Trinkwasserprojekte in äthiopischen Kaffeeanbauregionen.
  • Companion2Go ist eine Werbeplattform, über die behinderte und nicht-behinderte Menschen mit gleichen Interessen gemeinsam mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen und Veranstaltungen wie Konzerte oder Sportevents besuchen können.

Im Original ist der Text im Jahrbuch "Global Compact Deutschland 2017" erschienen.

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Quelle: UD/cp
 

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