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Wenn Büros glücklich machen – Natur am Arbeitsplatz zoom
Um die Gesundheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und in der Lebenswelt zu steigern, setzt Interface gezielt Biophilic Design bei seinen Kunden in der Praxis ein.

02.10.2017

Wenn Büros glücklich machen – Natur am Arbeitsplatz

Wenn es um die Schönheit der Natur geht, brauchen wir sie alle. Die sinnliche Erfahrung von Ästhetik in der Natur mindert nachweislich Stress und regt die Fantasie an. Das kann man auch im Stadtleben und in modernen Büro-Innenräumen nutzen: Mit dem sogenannten Biophilic Design bringt der Hersteller modularer Bodenbeläge Interface die Natur ganz bewusst zurück an den Arbeitsplatz. Das sorgt für mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Kreativität.

Fragt man Menschen danach, wo sie sich am zufriedensten, am kreativsten und am produktivsten fühlen, wird kaum jemand antworten: im Büro. Vielmehr wird man Antworten bekommen wie: an einem See, mit dem Blick aufs Meer oder Zuhause im Garten. In natürlicher Umgebung fühlen Menschen sich nachweislich wohler. Doch unser Alltag sieht bekanntlich anders aus und so wird der direkte Kontakt zur Natur oftmals zu einer unerfüllten Sehnsucht. Das ist das Ergebnis des „Human Spaces Reports“ von Interface, der unter der Leitung des Organisationspsychologen Professor Sir Cary Cooper entstanden ist. Darin wurden 7.600 Büroangestellte aus 16 Ländern befragt, welche Wirkung die Büroumgebung auf ihr Wohlbefinden hat. Die Ergebnisse: Viele Angestellte werden krank, leiden an Depressionen oder Unkonzentriertheit, wenn sie sich überwiegend in einer Umgebung ohne jeglichen Naturbezug aufhalten.

In Deutschland arbeiten nach Angaben des Reports 84 Prozent der Menschen in einer städtischen Umgebung. Die allermeiste Arbeitszeit verbringen wir in Innenräumen. Und das oft ohne Bezug zur Natur: 43 Prozent der Deutschen sollen laut Human Spaces Report keine Grünbepflanzung am Arbeitsplatz haben, 41 Prozent nicht einmal natürliches Tageslicht. Das Potenzial für Veränderungen zugunsten von Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität ist entsprechend hoch. Bereits kleine Veränderungen wie das Aufstellen von Pflanzen oder der Blick ins Grüne können nämlich den Stresslevel signifikant senken. Da lag es für Interface nahe, genau an dieser Stelle innovative Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Der gewählte Ansatz beruht auf der Theorie der Biophilie.

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Was genau ist Biophilie?

„Biophilie ist das angeborene, biologisch bedingte, menschliche Bedürfnis nach Kontakt mit der Natur.“ Das Zitat stammt von der Unternehmensberatung Terrapin Bright Green. Den theoretischen Hintergrund dazu liefert der deutsch-amerikanische Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm, der die Biophilie in den 1960er Jahren als dem Menschen innewohnende Eigenschaft definierte. Auch der Biologe E. O. Wilson baute eine Theory of Biophilia auf, die davon ausgeht, dass die Verbindung zur Natur ein menschliches Bedürfnis ist und sich positiv auf Wohlbefinden, Produktivität und Beziehungen auswirkt.

Im Laufe der letzten Jahre entwickelten sich auf dieser Basis praxisnahe Architektur- und Design-Ansätze: Biophilic Design findet dabei nicht nur in Innenräumen, sondern auch bei der Entwicklung ganzer Smart Cities Anwendung. Dahinter steht mehr, als einige Grünflächen auf Häusern und in Parks zu integrieren oder ein paar Zimmerpflanzen ins Büro zu stellen. Es spricht ein Urbedürfnis und evolutionäres Erbe an, das den Menschen in Beziehung zur Natur setzt. Dadurch wird die Natur besonders wertgeschätzt. Das Design-Konzept bedient sich dazu verschiedener Wahrnehmungsmuster, die Menschen als positiv, beruhigend oder anregend empfinden.

Woran orientiert sich das Biophilic Design?

Auch bei Interface nutzt man die Erkenntnisse von Biophilic Design, und hierbei insbesondere die „14 Patterns of Biophilic Design“, die Terrapin Bright Green 2014 vorstellte. Diese Muster gliedern sich in drei Kategorien: Die erste Kategorie greift direkt die Natur im Raum auf, also beispielsweise die Sicht auf Pflanzen oder das Vorhandensein von Wasser. Auch natürliches Licht, Verbindungen zu Terrassen und Innenhöfen oder kinetische bzw. bewegliche Wandelemente gehören in die Kategorie der Natur im Raum.

So könnte ein Büro in Zukunft aussehen.
So könnte ein Büro in Zukunft aussehen.

Die zweite Kategorie greift Analogien zur Natur auf. Das sind in der Regel nicht-organische und indirekte Anklänge an die Natur, etwa Farben und biomorphe Formen oder auch Bodenstrukturen und symbolische Anspielungen auf bestimmte Muster, die man in der Natur vorfindet.

Die dritte Kategorie ist etwas abstrakter. Sie betrifft die Charakteristik des Raumes. Dabei greift man das Bedürfnis nach Überblick oder Rückzug auf, spielt aber auch mit der Sensation, von einem Geheimnis überrascht zu werden oder ein Risiko einzugehen. Dadurch wird die Fantasie angeregt und kreatives Potenzial kann sich entfalten. In der Raumgestaltung fallen etwa Balkone, höher liegende Gebäudeteile mit durchsichtigen Geländern oder Bodenplatten in das Wahrnehmungsmuster Risiko. Auditive Reize wie Musik aus einer nicht wahrnehmbaren Quelle erleben wir als geheimnisvoll.

Wie setzt Interface das Biophilic Design um?

Um die Gesundheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz und in der Lebenswelt zu steigern, setzt Interface gezielt Biophilic Design bei seinen Kunden in der Praxis ein. „We make carpet tile, but we sell design“ lautet ein Slogan des Unternehmens, der sofort spürbar ist, wenn man entsprechend gestaltete Räume betritt. Die modularen Bodenbelagslösungen mit ihren verschiedenen Mustern, Texturen und Farben sind dabei Teil eines umfassenderen Innenraumdesigns, das zum Verweilen, zur Rekreation und Kreation einlädt.

Im Mai dieses Jahres hat Interface dazu die neue Kollektion Global Change vorgestellt, die das biophile Design besonders interpretiert: „Global Change wurde von den Übergängen in der Natur inspiriert. Mit organischen Mustern und linearen Strukturen verknüpft diese Kollektion Menschen mit der Erde, den Morgen mit dem Abend und die Nacht mit dem Tag“, informiert die Unternehmenshomepage. Die Global Change Produkte sind speziell dafür ausgelegt, miteinander kombiniert zu werden, und bieten so eine große Bandbreite an sinnlichen und visuellen Erfahrungen.

Wasserwand Interface und Rug mit Slogan vom Interface-Gründer Ray Anderson
Wasserwand Interface und Rug mit Slogan vom Interface-Gründer Ray Anderson

Für Global Change verwendet Interface darüber hinaus umweltfreundliches Solution-Dyed-Polyamid, was die Produkte besonders nachhaltig macht: „Als eine unserer umweltfreundlichsten Kollektionen unterstützt sie unser Ziel, ein lebensfähiges Klima zu schaffen, und bringt uns letztlich einen wichtigen Schritt weiter auf unserer Climate Take Back-Mission.“

Biophilic Design in Krefeld

Interface selbst setzt beispielsweise das Biophile Design in seinem deutschen Hauptstandort im Krefelder Mies van der Rohe Business Park um. Dort haben die Concept Designer verschiedene Bodenbelagstexturen verwendet, um eine besondere Haptik unter den Fußsohlen zu erzeugen. Hochflorige Teppichfasern wechseln sich mit kürzeren Fasern ab und ahmen einen natürlichen Untergrund nach. Die geradlinige Architektur wird durch organische Formen der Möbel und Lampen aufgebrochen, ein Wasserfall sorgt für ein angenehmes Raumklima. In der Raumaufteilung gibt es Überblickspunkte und sichtgeschützte Bereiche, die als Rückzugsort dienen.

Der Standort ist so konzipiert, dass sich die Mitarbeiter in Krefeld wie zuhause fühlen. Dabei können sie selbst flexibel entscheiden, ob ihnen nach Kommunikation, nach entspanntem Arbeiten oder fokussierter Konzentration ist. Die durch die unterschiedliche Gestaltung der einzelnen Räume und Einheiten entstandene Heterogenität im Gesamtbild ist gewollt: „Interface ist nicht einfarbig, nicht regelmäßig, nicht berechenbar und nicht langweilig – genauso wie wir dies aus unserer natürlichen Umgebung kennen.“ Die positiven Effekte, die das Raumdesign auf die Mitarbeiter hat, werden aktuell ausgewertet.

 
Quelle: UmweltDialog

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