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Global Food Summit: Nahrungssicherheit, Rohstoff-Management und technologischer Wissenstransfer zoom

23.11.2017

Global Food Summit: Nahrungssicherheit, Rohstoff-Management und technologischer Wissenstransfer

Ende November 2017 findet in Berlin der Global Food Summit 2017 statt, in Zusammenarbeit mit der Universität von Kalifornien Berkeley, der Wageningen Universität aus den Niederlanden und dem Global Food Summit Deutschland, vertreten durch Stephan Becker-Sonnenschein. 26 internationale Redner aus Wissenschaft, Unternehmen und Politik sind vertreten. Ein Schwerpunkt des Kongresses bildet der Blick Afrikas auf die deutsche und europäische Nahrungsmitteldiskussion.

Afrika hat das Zeitalter der Festnetztelefone, der gigantischen Stahl- und Walzwerke sowie der Intensivierung der Landwirtschaft ganz einfach übersprungen. Afrika ist direkt im digitalen Zeitalter, im Zeitalter von Handy, Supermarkt und CRISPR angekommen. Und sieht diese Entwicklung als nötig und normal für den Fortschritt in Afrika.

Es wird Zeit, unseren Blick auf Afrika zu ändern.

Eine Studie (Oktober 2017) von Matin Qaim, Professor für Agrarökonomie an der Universität Göttingen, zeigt: Kleinbauern in Afrika, selbst Subsistenzbauern, kaufen durchschnittlich rund 40 Prozent ihrer Nahrungsmittel hinzu. Sogar in der Erntezeit werden mehr als ein Drittel aller Lebensmittel im Supermarkt oder lokalen Markt zugekauft.

Nahrungssicherheit in Afrika zu verbessern, so Matin Qaim weiter, heißt also auch, die ländlichen Märkte zu unterstützen und zu stärken, nicht nur die Landwirtschaft selbst. Denn Märkte sind Schlüsselelemente der Versorgungssicherheit in Afrika.

Matin Qaim wird seine neue Studie auf dem Global Food Summit am 29. und 30. November in Berlin vorstellen.

Gleichzeitig ist Afrika aber auch der Kontinent, auf dem - nach Asien - die meisten hungernden Menschen der Erde leben. Rund 223 Millionen sind es nach neuesten Schätzungen der Vereinten Nationen.

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Kriege und Klimawandel sind wesentliche Ursachen dafür, aber auch endemische Krankheiten wie die Schlafkrankheit. Binta Iliyasu, Biochemikerin aus Nigeria, nennt sie die "Geißel Afrikas", die die Entwicklung in den ländlichen Gebieten südlich der Sahara stark behindert. Die Schlafkrankheit befällt Mensch und Tiere gleichermaßen und tötet jährlich rund 3 Millionen Rinder und geschätzte 55.000 Menschen. Aus Mangel genauer statistischer Erhebungen geht man davon aus, dass die Todesrate weitaus höher liegt. Hauptüberträgerin der Krankheit ist die Tsetsefliege. Binta Iliyasu hofft darauf, künftig innovative DNA-Impfstoffe gegen die Schlafkrankheit einzusetzen und damit viele Länder gesundheitlich zu fördern.

Die Biotechnologie ist auch eine Chance für die Landwirtschaft und Viehzucht Afrikas, sagt Mahmoud Solh, ehemaliger Direktor der Saatgutbank ICARDA, assoziiert bei der FAO: "Afrika braucht hitze-, dürre- und salzresistente Pflanzen. Gentechnik ist zwar nicht die einzige Alternative", so Mahmoud Solh weiter, "man kann auch auf traditionelle Züchtungsverfahren zurückgreifen. Doch wenn es um Eigenschaften geht, die in der natürlichen Artenvielfalt schwer zu finden sind, wie beispielsweise Schädlingsresistenz, ist Gentechnik sehr hilfreich."

Für Samuel Sternberg, Biotechnologe aus den USA, ist CRISPR/Cas9, das Genom-Editing, sogar eine große Chance für Fortschritt in den Ländern Afrikas. Diese Form der Züchtung, bei der keine Gene fremder Pflanzen oder Tiere eingepflanzt oder verpflanzt werden, sei sogar eine "Demokratisierung des technologischen Zugangs und Fortschritts" für den Globalen Süden.

Samuel Sternberg hat an der Entdeckung der CRISPR/Cas9-Methode im Labor von Jennifer Doudna mitgearbeitet und ist Mitautor des Buches "A Crack in Creation", das im Juli 2017 erschienen ist. Dort werden Chancen und Risiken der CRISPR-Methode dargestellt.

Samuel Sternberg sowie Mahmoud Solh und Binta Iliyasu werden am 29. und 30. November auf dem Global Food Summit in Berlin reden.

 
Quelle: UD/na

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