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Echokammern im Web prägen Klimawandel-Debatte

03.01.2018

Echokammern im Web prägen Klimawandel-Debatte

Auch in der Debatte rund um den Klimawandel lassen sich Ansätze für sogenannte Echokammern oder Filterblasen nachweisen, wie Berner Kommunikationswissenschaftler herausgefunden haben. Im scheinbar grenzenlosen Internet gibt es also scharf voneinander abgegrenzte politische Lager, die weitgehend unter sich bleiben.

Laut den Ergebnissen der Studie vom Kommunikationswissenschaftler Thomas Häusler von der Universität Bern werden Hyperlinks verstärkt auf die Akteure des eigenen Lagers gerichtet, während die Verlinkung über die eigenen Lagergrenzen hinaus bedeutend schwächer ist. Allerdings lassen sich Unterschiede zwischen den Ländern nachweisen, was mit der Intensität der Debatte zum Klimawandel in den jeweiligen Ländern zu erklären ist. Je umstrittener das Thema, desto reger sei die Verlinkung innerhalb und zwischen den politischen Lagern. In den USA, wo der Klimawandel am stärksten polarisiert, orientieren sich die Lager stärker aneinander als in Europa. Die Beschäftigung mit dem gegnerischen Lager dient in aller Regel aber nicht einer gegenseitigen Annäherung. Sie verfolgten vielmehr das Ziel, Argumente zu sammeln, um den Gegner zu widerlegen, sagt Thomas Häusler.

Die Befunde der Studie weisen auch darauf hin, dass insbesondere Klimawandel-Skeptiker stark von Online-Debatten profitieren. Sie erhalten eine überproportionale Sichtbarkeit im Netz. Der Grund dafür ist ihre eigene Hyperlink-Strategie. Sie verschaffen sich durch  intensives Setzen von Links selbst eine hohe Sichtbarkeit. In einem polarisierten Umfeld wie in den USA trägt dieser Umstand dazu bei, dass die klassischen Medien online ausgewogen auf beide Seiten der Debatte verlinken.

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Diskurse im Web transnational

Laut den Wissenschaftlern zeigt die Untersuchung auch, dass Internet-Debatten stark transnational, also über nationale Grenzen hinaus verlaufen. Dieser Befund gilt primär für die europäischen Länder. Deren Akteure orientieren sich intensiv am Diskurs im angelsächsischen Raum. Gerade für die Schweizer Klimadebatte ergibt sich damit ein Netzwerk, das nur zu 15 Prozent aus Schweizer Akteuren besteht. 

Die Forschungsergebnisse sind im Rahmen des Projektes "Politisches Agenda-Building in Zeiten eines hybriden Mediensystems" entstanden.

 
Quelle: UD/pte

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