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Donnerstag, 19.Oktober 2017
Klimamanagement: Höchste Zeit für Taten!

08.08.2017

Klimamanagement: Höchste Zeit für Taten!

Als CDP 2002 seine Geschäftstätigkeit aufnahm, war es sehr ungewöhnlich, Unternehmen nach Umweltschutzdaten zu befragen. 15 Jahre später, und wir blicken auf ein weltweites Rahmenwerk für klimabezogene Finanzauskünfte. Wie kam es dazu?

Unter Auskünften verstehen wir gemessene und analysierte Informationen von Unternehmen über ihre Umweltschutzleistungen und eventuelle Umweltbeeinträchtigungen. Sie sollen Investoren helfen, mit Hinblick auf die Nachhaltigkeit eines Unternehmens die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir stehen vor noch nie dagewesenen Gefahren für unsere natürlichen Ressourcen – Klimawandel, Wassermangel und Abholzung. Informationen bereitzustellen ist für Unternehmen, die ihren eigenen Einfluss auf die Umwelt messen, managen und senken möchten, der erste kritische Schritt.

Als CDP seine Tätigkeit aufnahm, bestand die Organisation aus einer kleinen Gruppe von Unternehmern, die in einem fensterlosen Kellerraum etwas gegen den Klimawandel tun wollten. Einige Investoren gaben zu bedenken, dass der Klimawandel sie oder ihre Kunden gar nicht beträfe. Doch eine Gruppe aus 35 Investoren, die insgesamt 4 Billionen US-Dollar an Kapitalanlagen verwalten, war sich einig: Die mit dem Klimawandel zusammenhängenden Risiken und Chancen müssen ermittelt werden. Sie wurden damit CDPs erste Vertragspartner, die 2002 gemeinsam die Forderung nach Klimaauskünften laut werden ließen.

Heute ist diese Offenlegung allgemein üblich. ESG-Investmentstrategien sind mittlerweile allerorts im Gange. Globale Investoren setzt die Offenlegung der Daten zu Treibhausgasen, Wasserrisiken und Abholzungsstärke voraus.

Wie sieht das in der Praxis aus? Knapp 6.000 Unternehmen, die zusammen 60 % der weltweiten Börsenkapitalisierung ausmachen, legen freiwillig ihre Klimadaten gegenüber Investoren mit einem Gesamtkapitalvermögen von 100 Billionen US-Dollar offen.

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Der Wandel geht von den Unternehmen aus

Warum sind Unternehmen dazu bereit, Auskunft über ihre Umweltschutzdaten zu geben? Weil sie davon profitieren, die Offenlegung der Daten stellt eine Geschäftsmöglichkeit dar. Das Swiss Finance Institute hat beispielsweise herausgefunden, dass sich eine Transparenz in Umweltfragen positiv auf den Firmenwert auswirkt. Darüber hinaus haben Forschungen der University of Oxford ergeben, dass Auskunft gebende Unternehmen bessere Kreditkonditionen erhalten, was ihnen gegenüber denen, die dies nicht tun, insgesamt durchschnittlich 1,2 Millionen US-Dollar an Jahreszinsen einspart. Ein Unternehmen, das einen Investor auf lange Sicht gewinnen und seine Kapitalkosten senken möchte, muss bei der Berichterstattung überzeugen.

Fazit: Die Erteilung von umweltbezogenen Auskünften sorgt für den Aufbau widerstandsfähiger Unternehmen. Und genau diese Unternehmen können aus dem Bedarf der Senkung der CO2-Emissionen Kapital schlagen.

Seit dem Pariser Klimaabkommen hat eine wachsende Anzahl großer Konzerne wie Bayer und Siemens ihr Engagement für die Reduzierung des Kohlenstoffausstoßes unter Beweis gestellt. Mittlerweile umfassen Geschäftsstrategien von Unternehmen aller Geschäftszweige auch klimabezogene Ziele: Sie locken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Leistungsanreizen, sich um deren Erfüllung zu bemühen und setzen in den Vorständen Fachleute ein, die für die Umsetzung dieser Ziele zuständig sind. Auf viele Unternehmen – wie auch den deutschen Energiesektor – wartet noch viel Arbeit, bis die Geschäftstätigkeit auf das Pariser Abkommen abgestimmt ist.

Vorreiter auf dem Gebiet sind 293 Konzerne (Tendenz steigend) wie Daimler und Deutsche Bahn, die sich bereits wissenschaftskonforme Ziele zur Senkung ihrer Treibhausgase, so genannte Science Based Targets, gesetzt haben, um den Temperaturanstieg auf unter 2° C zu halten.

Die Investoren warten auf Gelegenheiten, diese Chancen zu Geld zu machen. Billionen von Euro stehen auf dem Spiel. Für die weltweit größten Finanzmanager sind Informationen von entscheidender Bedeutung, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Sie wissen, dass ihre Investitionen nur sicher sind, wenn damit der Klimawandel verlangsamt werden kann, und achten ganz genau auf Gewinner und Verlierer dieser Umstellung auf niedrige Kohlenstoffemissionen.

Globaler Fortschritt in Richtlinien

Das Pariser Klimaabkommen und die Aufnahme der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (SDGs) haben uns die besten Rahmenbedingungen für diese Umstellung bereitgestellt. Aber die Vereinbarungen liegen jetzt hinter uns, und 2017 muss das Jahr der schnellen, grundlegenden und globalen Maßnahmen zur Erfüllung dieser Ziele werden.

Der globale Handel hat ein nachweisliches Potenzial, die Umstellung auf ein nachhaltiges Wirtschaftssystem in Gang zu bringen, doch auch die Staatsmänner und -frauen müssen handeln.

Im Juli hat die Task Force on Climate-related Financial Disclosure (TCFD) eine Möglichkeit dazu bieten. Darin wird hervorgehoben, dass wir die Klimadaten in das Finanzanalysewesen einbinden müssen und die potenziellen Auswirkungen der Finanzplanung eines Unternehmens erst mithilfe von Szenarienanalysen richtig verstehen können. Dadurch stünden “zukünftige” Klimarisiken schon heute auf der Agenda des Aufsichtsrats.

Aufbauend auf CDPs langjähriger Arbeit und den erhobenen Daten hat die Arbeitsgruppe das Potenzial, das Ruder herumzureißen. Eine Standardiesierung der Auskunftswege macht den Weg frei für die Integration klimabezogener Finanzauskünfte in allen G20-Nationen. CDP unterstützt die TCFD-Empfehlungen in vollem Umfang. Wir haben uns vorgenommen, diese bis 2018 in ihrer Gesamtheit in unsere Plattform zu übernehmen.

Die erforderlichen nächsten Schritte

Wie geht es weiter? Zuerst einmal müssen führende Regierungen diese Berichtsnormen in den Vordergrund stellen – vor allem die G20-Länder, die für 80 % der weltweiten Emissionen verantwortlich sind. Unternehmen aus aller Welt drängen darauf. Der nächste Schritt, um das Regulationsvehikel im Schnelltempo auf den Kurs der Pariser Ziele zu bringen, schließt wahrscheinlich Regierungsmaßnahmen mit ein.

Wir befinden uns am Scheitelpunkt eines neuen Zeitalters. Wir können uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die Zukunft verlangt nach einer nachhaltigen internationalen Zusammenarbeit, einer nationalen Politik und der Beteiligung aller Unternehmen am Klimamanagement.

Mit hochwertigen, vergleichbaren Umweltdaten aus Unternehmen rund um den Globus können Investoren eher die richtigen Entscheidungen treffen. CDP wird auch in Zukunft die globale Offenlegung dieser Auskünfte voranbringen. Wir wollen Umweltfragen in jede Unternehmens- und Investitionsentscheidung integrieren, um eine wahrhaft nachhaltige Wirtschaft aufzubauen.

 
Quelle: UD

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