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Neue CDP-Studie sieht RWE und Endesa in Gefahr

18.04.2017

Neue CDP-Studie sieht RWE und Endesa in Gefahr

Die neue CDP-Studie “Charged or static” untersucht die großen europäischen börsennotierten Energieversorger mit einer gemeinsamen Marktkapitalisierung von 256 Milliarden Euro. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass viele Unternehmen bis heute große Mengen an Emissionen ausstoßen, da sie bis 2050 auf die Energieproduktion aus fossilen Kraftwerken angewiesen sind. Darüber hinaus prognostiziert die Studie einen Gewinnverlust von 14 Milliarden Euro, wenn die Pariser Klimaziele nicht schnellstmöglich umgesetzt werden.

Die Studie des CDP, welches von institutionellen Investoren als bester Research-Anbieter im Bereich Klimawandel ausgezeichnet wurde, zeigt, dass die größten Energieversorger weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Fossile Energieträger machen insgesamt 43 Prozent der gesamten Energieproduktion aus. Fast die Hälfte der untersuchten Unternehmen beziehen 20 Prozent der Energie aus Kohlekraftwerken. 14 Unternehmen überschreiten die Kohlestoff-Höchstwerte, die nötig wären um die Temperatursteigerung unter 2 Grad zu halten, um 14 Prozent oder 1.3 Milliarden Tonnen an Treibhausgasen. Diese Entwicklungen stehen in Kontrast zu den Zielen der EU bis 2030 45 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu beziehen.

Die Energieversorgungsindustrie ist für ein Viertel der Emissionen weltweit verantwortlich und muss den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um zwei Drittel reduzieren, um die Ziele des Pariser Kima-Abkommens zu erreichen. Möglichkeiten für kurzfristige Änderungen sind aufgrund langfristiger Kapitalinvestitionen in fossile Kraftwerke begrenzt. Die Pläne Großbritanniens bis 2025 alle Kohlekraftwerke zu schließen sowie die Entscheidung von E.ON und RWE die Unternehmen nach fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energien aufzuspalten, machen deutlich, dass der Sektor im Umbruch ist. Versorgungsunternehmen, die größere Strommengen aus erneuerbaren Energien erzeugen, haben im Vergleich zu Wettbewerbern, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind, zehnfach geringere Emissionsvolumen.

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„Europäische Versorgungsunternehmen stehen am Scheideweg und müssen schnell Entscheidungen treffen. Im letzten Jahr haben wir zunehmend Unterstützung und Engagement für politische Initiativen beobachtet, die auf die Reduzierung des CO2-Austoßes setzen. Die Industrie ist aber nach wie vor stark auf fossile Brennstoffe angewiesen, um den Strombedarf zu decken. Die Analyse der Marktpreise zeigt außerdem, dass erneuerbare Energiequellen, wie Wind- und Solarenergie, heute kostengünstiger und wettbewerbsfähiger denn je sind", sagt Paul Simpson, CEO des CDP.

Und weiter: "Energieversorger sollten das starke Wachstum nutzen, das für diese Technologien prognostiziert wird. Die Empfehlung von Mark Carney‘s Taskforce on Climate-related Financial Disclosure (TCFD), dass Unternehmen ihr Übergangsrisiko nicht nur offenlegen, sondern auch managen sollten, ist ein weiterer Indikator für den zunehmenden Druck durch Investoren. Der Auftrag des CDP ist damit wichtiger als je zuvor. Wir setzen uns weiterhin für die Offenlegung von Umweltrisiken ein und behalten den Fortschritt von Unternehmen auf dem Weg zur Erreichung des 2-Grad-Ziels im Blick."

Der Bericht bewertet die Leistungen europäischer Energieversorgungsunternehmen in Bezug auf Klimaschutz und zeigt dass Verbund, Iberdrola, Fortum und Enel von allen untersuchten Unternehmen die beste Kohlenstoffbilanz aufweisen. Wettbewerber wie RWE, CEZ, Endesa und EnBW rangieren auf den unteren Plätzen der Unternehmen, die CDP ihre Daten offenlegen.

Drew Fryer, Senior Analyst, Investor Research beim CDP, dazu: "In Europa müssen die großen Versorgungsunternehmen ihre Geschäftsmodelle anpassen, um die im Pariser Abkommen festgelegten Klimaziele zu erreichen. Verbund ist der Vorreiter unter den Versorgungsunternehmen und zielt auf ein 100 Prozent erneuerbares Energieerzeugungsportfolio bis 2020 ab. Gleichzeitig legt das Unternehmen verbleibende fossile Kraftwerke still. Aber viele andere Versorgungsunternehmen verwenden weiterhin Kohle für den größten Teil der Energie-Generierung und werden daher die Kohlenstoffhöchstwerte in den nächsten Jahren überschreiten. Der rasche Einsatz von erneuerbaren Energien ist für den Sektor entscheidend, da er den Weg hin zu einer kohlenstoffarmen Zukunft ebnet.“

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Erneuerbare Energien: Unternehmen haben ihre Portfolios für erneuerbare Energien erweitert und 20 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2016 kam aus erneuerbaren Energiequellen. Allerdings sind schnelle Fortschritte erforderlich, um das Ziel der EU von mindestens 45 Prozent Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen bis 2030 zu erreichen.
  • Innovation: Carbon Capture & Storage (CCS) Technologie könnte ein wichtiges Mittel zur Begrenzung der globalen Erderwärmung auf unter 2°C sein, falls bestehende fossile Kraftwerke weiterhin in Betrieb bleiben sollten. Allerdings entwickelt sich diese Technologie sehr langsam, was eine Kommerzialisierung und erfolgreiche Integration in Energieversorgungsunternehmen erschweren könnte.
  • Wasser: Der Wasserverbrauch von Versorgungsunternehmen ist sehr hoch. Bis 2030 wird die Hälfte der thermalen Stromerzeugungskapazität in Regionen mit hohem oder extrem hohem Wassermangel stattfinden.
  • Kernenergie: Kernenergie ist eine kohlenstoffarme Option, die der EU helfen könnte den Klimawandel zu mildern, aber auch nur begrenzt Wachstumsaussichten aufzeigt. Unternehmen, die sich auf Atmokraft konzentrieren anstatt in erneuerbare Energien zu investieren, haben nur begrenzte Wachstumschancen.
  • Business Model Innovation: Bisher konnten nur bei drei Versorgungsunternehmen die Ziele extern als kompatibel mit dem Ziel, die Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen, validiert werden[6]. Die proaktivsten Ziele sind bis zu 2050 angesetzt und erfordern eine vollständige Entkarbonisierung der Stromversorgung.
  • Vorstandsvergütung: Ausschließlich eines der 14 analysierten Unternehmen hatte ein spezielles langfristiges Vergütungssystem für den CEO, welches die Erreichung von Klimaschutzzielen miteinbezieht.
  • Klimapolitik: Die InfluenceMap-Analyse hat gezeigt, dass Versorgungsunternehmen weiterhin eine Reihe von Klimaschutz-Initiativen, insbesondere auf nationaler Ebene, ablehnen. Beispiele hierfür sind der britische Carbon Price Floor und Subventionen für erneuerbare Energien wie z. B. Einspeisetarife.
 
Quelle: UD/pm

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