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Audi: Nachhaltigkeit entscheidet bei Lieferanten-Vergaben

15.05.2017

Audi: Nachhaltigkeit entscheidet bei Lieferanten-Vergaben

Die AUDI AG hat im April ein Nachhaltigkeits Rating für Lieferanten eingeführt. Ziel ist es, künftig nur Unternehmen mit einem positiven Rating zu beauftragen. Damit engagiert sich Audi noch stärker für eine nachhaltige Wertschöpfungskette. Das Rating basiert auf einem Vor Ort Check am Produktionsstandort des Lieferanten sowie einer Selbstauskunft. Der Premiumhersteller startet das Rating bei der Lieferantenauswahl für den neuen Elektro SUV Audi e-tron sowie den Nachfolger des Audi A3.

„Eine nachhaltige Lieferkette ist für uns ein wichtiges strategisches Ziel“, sagt Dr. Bernd Martens, Audi‑Vorstand für Beschaffung. „Dieses gehen wir nun noch proaktiver an: Wir prüfen vorab und vor Ort, ob Lieferanten nachhaltig handeln. Nur wer unsere Standards einhält, kann Audi‑Partner werden.“ Mit dem neuen Rating sorge Audi für noch mehr Transparenz und würdige Umweltschutz und gute Arbeitsbedingungen bei Vergaben. „Damit wird Nachhaltigkeit zu einem ebenso wichtigen Auswahlkriterium wie Kosten, Qualität, technologische Kompetenz und Innovationskraft."

Seit April rollt das Unternehmen das Rating sukzessive aus, dabei liegt der Fokus zunächst auf Zulieferern für Kaufteile und Komponenten. Ab 2018 wird Audi zudem Dienstleister und Lieferanten für Anlagen und Maschinen auf diese Weise prüfen. Bei einem negativen Rating kann sich der Lieferant mit entsprechenden Maßnahmen weiterentwickeln, um ein positives Ergebnis zu erreichen und dadurch nachträglich vergabefähig zu werden.

Der Vor‑Ort‑Check umfasst Betriebsrundgänge und Interviews mit Mitarbeitern am Produktionsstandort des Lieferanten. Dabei überprüft Audi mit einem externen Dienstleister zwölf Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Integrität. Basis dafür sind die Nachhaltigkeitsanforderungen des Unternehmens, die seit 2006 im Code of Conduct für Geschäftspartner und seit 2014 zudem in den Lieferverträgen verankert sind.

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Den Vor‑Ort‑Check hat Audi selbst entwickelt. Für die Selbstauskunft greift das Unternehmen auf einen Standard-Fragebogen der European Automotive Working Group on Supply Chain Sustainability zurück, den verschiedene Hersteller bereits anwenden.

Audi setzt sich dafür ein, dass Autohersteller und Zulieferer mittelfristig auch für einen Vor‑Ort‑Check gemeinsam einen branchenweit gültigen Standard schaffen. Ein einheitlicher Standard erhöhe die Effizienz für alle Beteiligten und stelle zudem Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungsketten wirksamer sicher. Beispielsweise würde ein Standard verhindern, dass ein Lieferant mehrfach von verschiedenen Herstellern auditiert wird. Zudem können Zulieferer den Standard-Check wiederum bei ihren Unterlieferanten durchführen. 

 
Quelle: UD/cp

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2  Kommentare

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    Andrea Falkner, 
    18.05.2017 - 16:10 Uhr

    Wie schön, daß Audi hier endlich auch aktiv wird und das Vorgehen für zwei Fahrzeuge pilotiert. BMW macht dies überigens seit 11/2014 flächendeckend für alle Vergaben im direkten und indirekten Material. Spannend wäre für den geneigten Leser sicher auch eine kleine Querrecherche über die anderen OEMs gewesen...

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    Prof. Dr. Dietfried Günter Liesegang, 
    20.06.2017 - 19:43 Uhr

    Sowohl der Anfangsbeitrag von Audi als auch der stimulierende Kommentar von Andrea Falkner für BMW haben mich sehr gefreut, denn so kann allmählich ein Umdenken und Umlenken in der Wirtschaft stattfinden. Dabei hat der Produzent des Kundenproduktes die Rolle eines Gatekeepers für die Lieferanten, "wie es im Buche steht".

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