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16.03.2017

Baustoffhersteller als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

Das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) hat sich zum Ziel gesetzt, die Transparenz von Bauprodukten zu steigern. Dazu veröffentlicht es sogenannte Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs), die die umweltbezogenen Basisinformationen von Baumaterialien liefern. Auch die IBU-Mitglieder BASF, Rheinzink und Sika Deutschland gehören zu den Deklarationsinhabern und arbeiten daran, die Umweltperformance ihrer Bauprodukte stetig zu verbessern. UmweltDialog stellt ihr Engagement exemplarisch für die Arbeit des IBUs vor.

Die Qualität, die Umweltfreundlichkeit und die Langlebigkeit von Werkstoffen gewinnt beim Hausbau für Verbraucher zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig sehen sich Planer und Bauherren in immer größerem Umfang mit gesetzlichen Vorgaben konfrontiert, die die Übernahme ökologischer Verantwortung einfordern. So wird sich der umweltfreundliche Hausbau zum Standard der nächsten Jahrzehnte entwickeln.

Titanzink wird unter anderem für Fassadenbekleidungen benutzt.
Titanzink wird unter anderem für Fassadenbekleidungen benutzt.

Zink, der natürliche Werkstoff

Zu den Baustoffen, die heute bereits die Anforderungen der Zukunft erfüllen, gehören die Produkte von Rheinzink. Rheinzink stellt seit über 50 Jahren am Standort in Datteln (Ruhrgebiet) Titanzink in verschiedenen Oberflächenqualitäten her. Die Baumetallprodukte finden für Bedachungen, Dachgauben, Fassadenbekleidungen und Dachentwässerungssysteme Einsatz. Zu den positiven Eigenschaften des Baumetalls gehört, dass sämtliche während der Herstellung anfallenden Reste wieder dem Herstellungsprozess zugeführt werden und die Menge des eingesetzten Rohmaterials exakt dem Gewicht des Fertigproduktes entspricht.

„Nachhaltigkeit ist und bleibt für uns das zentrale Thema. Die hohe Qualität, die beispielhafte ökologische Bilanz, die extreme Langlebigkeit und die hundertprozentige Recyclingfähigkeit unseres natürlichen Werkstoffes Rheinzink sind das Ergebnis dieses Engagements“, sagt Frank Neumann, Abteilungsleiter Anwendungstechnik/Marketing bei Rheinzink. So weisen Rheinzink-Produkte beispielsweise aufgrund der relativ geringen Schmelztemperatur von ca. 420 Grad während der Herstellung und des Recyclinganteils von einem Drittel einen vergleichsweise geringen Primärenergieverbrauch auf.

So nachhaltig ist Rheinzink

Als natürlicher Werkstoff besitzt Zink Nachhaltigkeitsvorteile, die den Anforderungen des ökologischen Hausbaus gerecht werden. Zu ihnen zählen unter anderem:

  • Langlebigkeit: Alle Rheinzink-Produkte benötigen aufgrund ihrer natürlichen Oberfläche kaum Pflege- und Wartung. Das Material ist mit mehr als 50 Jahren Funktionserwartung als langlebig eingestuft. Es existieren Bauobjekte mit Zinkbekleidungen, die älter als 100 Jahre sind. Die meistverwendete Produktlinie RHEINZINK-prePatina etwa bildet im Laufe der Zeit eine graue Schutzschicht. Die Patina schützt den Werkstoff vor Witterungseinflüssen und Korrosion.
  • Recycling: Zink wird aus den meisten Anwendungen nach der Nutzungsphase immer wieder gesammelt und ohne Qualitätsverlust recycelt. Der Energieaufwand beträgt dabei nur etwa fünf Prozent des Primärenergiegehaltes; es lassen sich also 95 Prozent der Energie gegenüber einer Neuherstellung sparen.

Die Qualität des Baumetalls von Rheinzink ist durch mehrere Prüfzeichen bestätigt worden. So ist er beispielsweise im Rahmen des Gebäudeklassifizierungsprogramms Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) zertifiziert, das Baustoffe auf Rückstände gesundheitsgefährdender Chemikalien überprüft. „Außerdem wurde unser Werkstoff bereits 1999 vom IBU als umweltverträgliches Bauprodukt deklariert“, erläutert Neumann.

EPDs quantifizieren Umweltdaten

Umweltfreundliche Baustoffe sind allerdings noch keine Garantie für Nachhaltigkeit, weil sie keine Endprodukte sind. Ihre ökologische Qualität ist immer mit der funktionalen Leistungsfähigkeit verbunden. So ist der geeignete Einsatz in einem Gebäude, auch in Verbindung mit weiteren Materialien, ausschlaggebend: „Bauprodukte lassen sich in Bezug auf ihre ökologische Performance erst im Gebäudekontext vor dem Hintergrund ihrer konkreten Einbausituation und die an sie gestellten technischen Anforderungen miteinander vergleichen“, erklärt Anita Kietzmann vom IBU.

Die Umwelt-Produktdeklarationen (Ökolabel Typ III), die das IBU vergibt, liefern wiederum die wissenschaftlich fundierte Datengrundlage, die wichtiger Bestandteil von Gebäudezertifizierungssystemen wie LEED und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) sind: „Die EPDs legen offen, welche Grundstoffe mit welchem Energieaufwand in ein Bauprodukt einfließen und welche Umweltwirkungen vom Bauprodukt ausgehen“, sagt Kietzmann. In Form einer Ökobilanz wird eine Vielzahl von Indikatoren, etwa der Beitrag zum globalen Treibhauseffekt, zum Ozonabbau, zur Versauerung der Böden und Gewässer oder zur Ressourcenverknappung quantifiziert, aber nicht bewertet. Dabei kann der gesamte Lebenszyklus der Bauprodukte analysiert werden bis hin zu Angaben zum Rückbau, der Recyclingfähigkeit und dem Deponiebedarf.

IBU – Eine starke Gemeinschaft

Das IBU hat 190 Mitglieder. Dazu zählen Unternehmen und Verbände aus verschiedenen Werkstoffbereichen der Baustoffindustrie, aus dem Hoch- und Tiefbau und aus der technischen Gebäudeausrüstung. Sie sind Deklarationsinhaber von über 1.600 EPDs und kommen hauptsächlich aus Deutschland und Europa. Jeder Verband und jedes Unternehmen aus der Baustoffindustrie kann beim IBU Mitglied werden. Um auch KMUs eine Teilnahme zu ermöglichen, hat das IBU verschiedene EPD-Modelle entwickelt.

Kompetenz in Sachen nachhaltiges Bauen

Von dem Angebot des IBUs zeigt sich auch die Sika Deutschland GmbH überzeugt. Der Anbieter von bauchemischen Produktsystemen und industriellen Dicht- und Klebstoffen hat EPDs für verschiedene seiner Sarnafil Kunststoffabdichtungsbahnen erstellt. Diese dienen hauptsächlich zur Abdichtung von Flachdächern und bestehen aus flexiblen Polyolefinen (Polymere). Lebenszyklusanalysen der Baustoffe lieferten die Datengrundlage für die Umwelt-Produktdeklarationen: „Dank der umfangreichen Informationen der EPDs sind sie für uns zu einem unverzichtbaren Instrument für das nachhaltige Bauen geworden. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die externe Verifizierung durch einen unabhängigen Dritten“, erklärt Thomas Kison, Teamleiter Marktfeldmanagement Roofing bei Sika.

Sarnafil Kunststoffabdichtungsbahnen.
Sarnafil Kunststoffabdichtungsbahnen.

Die Sarnafil Produkte weisen durch den relativ geringen Ressourcen- und Energieeinsatz ökologische Vorteile gegenüber anderen Abdichtungssystemen auf. Frei von Weichmachern und Stoffen wie Blei, Zinn, Chlor oder Brom, ist auch hier die Langlebigkeit des Materials über den gesamten Lebenszyklus betrachtet eine weitere positive Eigenschaft. „Die von unabhängigen Prüfinstitutionen prognostizierte Nutzungsdauer von mehr als 50 Jahren entspricht voll und ganz den Erwartungen an eine nachhaltige Dachabdichtung“, führt Kison aus. Dank der spezifischen Verlegeart können die Produkte nach ihrer Nutzung meist vollständig dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden.

Weiterführende Informationen zum Produktengagement von Sika

Wer noch mehr über die nachhaltigen Bauprodukte von Sika erfahren möchte, kann die Nachhaltigkeitsbroschüre des Unternehmens lesen. Hier gelangen Sie zu dem Magazin.

Dass die Baustoffe von Sika für das nachhaltige Bauen geeignet sind, zeigt die Praxis. Am Standort in Stuttgart wurde das Trainingscenter, das neue Büro- und Verwaltungsgebäude des Unternehmens, nach den Kriterien der DGNB geplant, errichtet und danach mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet. Beim Bau des Gebäudes kamen vor allem Produkte aus der eigenen Herstellung zum Einsatz. Während der Bauphase konnte Sika wichtige Erkenntnisse im Bereich des nachhaltigen Bauens sammeln – sowohl aus Sicht eines Bauherrn als auch aus der Perspektive eines Bauprodukteherstellers – und ist damit zu einem kompetenten Ansprechpartner für diese Thematik geworden: „Uns ist es wichtig, mit den eigenen Produkten zu mehr Nachhaltigkeit in der Baubranche beizutragen. Deswegen entwickeln wir unser Sortiment stetig weiter und erweitern es um neue, nachhaltige Varianten“, so Cornelia Stanke, Referentin für Nachhaltigkeit bei Sika.

Nachhaltigkeitsengagement wird sichtbar

Auch BASF verfolgt diesen Ansatz und arbeitet an Produkten und Lösungen für die Baubranche, die den Trends Ressourcenknappheit, Umweltschutz und steigende Materialanforderungen begegnen. „Unsere Kunden profitieren nicht nur von unseren innovativen Produktleistungen, sondern haben neben dem ökonomischen gleichzeitig auch einen ökologischen Vorteil“, sagt Philipp Kley, Leiter von Construction Chemicals Europe bei BASF. „Neben Kosteneinsparung oder Performancesteigerung können sie Energie und Ressourcen sparen oder die Dauerhaftigkeit von Gebäuden verbessern.“

Nachhaltige Produkte von BASF

BASF bietet ein breites Portfolio nachhaltiger Produkte für die Baubranche. Hier ist eine kleine Auswahl:

  • MasterTop-Bodensysteme: Für den Großteil dieser Produktgruppe verfügt das Chemieunternehmen über EPDs. BASF war der erste Hersteller von flüssig verlegten Fußbodensystemen auf Basis von Epoxid- und Polyurethanharz, der EPDs veröffentlicht hat. MasterTop-Bodensysteme sind sehr langlebig, emissionsarm gemäß AgBB und AFSSET und bieten geringe Lebenszykluskosten.
  • Dämmstoff SLENTITE für maßgeschneidertes Klimamanagement: Eine gute Dämmung senkt Energiekosten und wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus. Mit der SLENTITE-Dämmplatte ist im Vergleich zu herkömmlichen Produkten eine um 25 bis 50 Prozent schlankere Dämmung möglich.

Wie das funktioniert, zeigt BASF beispielweise im Bereich der Betontechnologie mit ihrem Green Sense Concrete Konzept: Mit diesem Konzept kann der Kunde die Ökobilanz und die technische Leistungsfähigkeit des verwendeten Betons und damit des gesamten Gebäudes messbar verbessern. Gemeinsam mit Betonproduzenten optimieren BASF-Experten Betonmischungen nach Kriterien der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit. Ermöglicht wird diese Optimierung durch den Einsatz von innovativen Betonzusatzmitteln der BASF und ihre zielgenaue Abstimmung auf die spezifischen Rohstoffe des Kunden.

Herstellungsprozess im Fertigteilwerk von BASF.
Herstellungsprozess im Fertigteilwerk von BASF.

Um die Verbesserung der Nachhaltigkeit messbar zu machen werden die Betonmischungen in einer Lebenszyklus-Analyse bewertet. Diese Bewertung erfolgt durch ein zertifiziertes Tool der BASF, den so genannten Life-Cycle-Analyzer (LCA). Die Ergebnisse dieser Analyse können von Kunden direkt für die einfache und sichere Erstellung von EPDs verwendet werden.

So lassen sich mit dem Life-Cycle-Analyzer die wirtschaftlichen und ökologischen Leistungskriterien des Betons im Vergleich zu einer herkömmlichen Betonmischung dokumentieren, was den Kunden der BASF zu einer besseren Bewertung bei Nachhaltigkeitszertifizierungen verhilft.

 
Quelle: UmweltDialog

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