Digitale Verantwortung ausgezeichnet: Die Gewinner des CDR-Awards 2024
Zum dritten Mal in Folge haben die Bayern Innovativ GmbH und der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. den Corporate Digital Responsibility (CDR) Award verliehen. Die feierliche Preisverleihung fand Ende Januar in der Vertretung des Freistaates Bayern in Berlin statt. Ausgezeichnet wurden 15 wegweisende Projekte, die digitale Innovation mit gesellschaftlicher Verantwortung vereinen – verteilt auf fünf Kategorien.
14.02.2025
Digitale Verantwortung kann sehr unterschiedlich aussehen“, unterstreicht die diesjährige Jurypräsidentin Anna Kopp: „Für uns als Jury war es entscheidend, nicht nur technologische Innovationen zu bewerten, sondern auch den tatsächlichen gesellschaftlichen Mehrwert der Projekte in die Bewertung einfließen zu lassen.“
Die Gewinnerprojekte spiegeln eine beeindruckende Vielfalt wider – von innovativen Start-ups über kommunale Initiativen bis hin zu Großkonzernen. Gemeinsam ist ihnen ein klares Ziel: die Verbindung von digitaler Innovation mit gesellschaftlicher Verantwortung. Ob digitale Teilhabe, Datenschutz oder Klimaschutz – jedes Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Technologie aktiv zur Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft beitragen kann.
Begleitet wurde die Preisverleihung von einer Fachkonferenz, die den Dialog über Zukunftstechnologien und verantwortungsvolle Digitalisierung in den Mittelpunkt stellte. In praxisnahen Workshops teilten renommierte Expertinnen und Experten aus dem CDR-Bereich ihr Wissen, darunter Claudia Ricci (Fraunhofer IAO), Rosmarie Steininger (Chemistree) sowie Carla Polaczek und Paul van der Veen (denkwerk).
„Der CDR-Award steht nicht nur für Auszeichnungen, sondern auch für Dialog und Wissenstransfer“, erklärt Dr. Rainer Seßner, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH. „Die Workshops der Fachkonferenz haben deutlich gemacht: Digitale Verantwortung beginnt mit der Offenheit, innovative und manchmal unerwartete Lösungen anzunehmen.“
Die diesjährigen Gewinner in den jeweiligen Kategorien:
Kategorie: Digitales Wohlbefinden & Inklusion
Den ersten Platz sicherte sich die alangu GmbH mit ihrem Kommunalen Gebärdensprach-Avatar-Baukasten (KGAB). Dieses innovative Projekt setzt Künstliche Intelligenz ein, um digitale Inhalte automatisch in Gebärdensprache zu übersetzen und so die digitale Teilhabe für gehörlose Menschen zu verbessern. Die Jury würdigte das Projekt als herausragende inklusive CDR-Lösung, die echte Barrieren abbaut und einen wichtigen Beitrag zu einer gerechteren digitalen Gesellschaft leistet.
Kategorie: Verantwortungsvolle Innovation
In dieser Kategorie überzeugte die Open Search Foundation e. V. mit der Entwicklung eines offenen Webindex, der als Basis für eine ethische und vertrauenswürdige Internetsuche dient. Das zukunftsweisende Projekt beeindruckte die Jury besonders durch seine hohe gesellschaftliche Relevanz – ein „absolutes Zeitgeistthema“, das verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden sollte.
Kategorie: Zukunft der Arbeit
Den ersten Platz in dieser Kategorie sicherte sich die Markt Weisendorf mit dem Projekt „Kommune innovativ und attraktiv“. Trotz begrenzter Ressourcen zeigt die kleine Kommune eindrucksvoll, wie digitale Innovationen dazu beitragen können, gesunde Arbeitsbedingungen zu fördern und die Verwaltungsarbeit transparenter zu gestalten. Die Jury bezeichnete das Projekt als ein Paradebeispiel für „David gegen Goliath“ – eine kleine Stadt, die mit konkreten und kreativen Lösungen die Herausforderungen der digitalen Transformation erfolgreich meistert.
Kategorie: Daten, Privatsphäre & Sicherheit
Der erste Platz in dieser Kategorie ging an das Projekt „Privacy by Design (PbD)” der TelemetryDeck GmbH. Das Unternehmen aus Augsburg bietet eine datenschutzkonforme Lösung zur Analyse von Nutzerverhalten in Apps und auf Webseiten – ganz ohne den Einsatz personenbezogener Daten. Die Jury lobte insbesondere die vielseitige Anwendbarkeit des Projekts, das gerade in der heutigen Zeit viele Unternehmen anspricht. Mit seiner klaren Ausrichtung setzt das Projekt ein starkes Signal für verantwortungsvollen Datenschutz.
Kategorie: Umwelt & Ressourcen
In dieser Kategorie konnte Virtual City Systems die Jury mit dem Projekt „Städtebauliche Klimaanpassung mit Urbanen Digitalen Zwillingen“ überzeugen. Das innovative Konzept nutzt digitale Zwillinge, um Städten eine effektive Planung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen zu ermöglichen. Die Jury würdigte das ganzheitliche Gesamtkonzept und betonte das große Potenzial der Technologie, Städte nachhaltig zu gestalten und sie widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels zu machen.
„Was es heißt, digitale Verantwortung zu übernehmen, zeigen nicht nur große Initiativen. Auch kleinere Projekte und Organisationen können durch mutige Ideen und pragmatische Umsetzungen eine enorme Wirkung entfalten“, betont Dr. Moritz Holzgraefe, Vizepräsident des BVDW. „Der diesjährige Award ist ein Beweis dafür, dass digitale Verantwortung keine Frage der Größe, sondern der Haltung ist.“