Power-to-Gas-Reaktor für Selbstversorger
Ein chemischer Reaktor, der mit Solarstrom aus Wasser und CO2 synthetisches Erdgas für das Heizen von Wohngebäuden herstellt: Das Power-to-Gas-Verfahren haben Forscher des Paul Scherrer Instituts (PSI) entwickelt. Die neue Anlage lohnt sich sogar für einzelne Mehrfamilienhäuser, wie eine neue Studie zeigt. Details wurden in „RSC Advances“ publiziert.
27.06.2022
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40 Prozent bedarfsdeckend
Die Experten haben nachgewiesen, dass das Gerät – je nachdem, an welchem Ort der Schweiz es genutzt wird – zwischen 20 und 40 Prozent des jährlichen Energiebedarfs eines großen Wohnhauses decken kann. Dazu wurde in einem Computermodell der Einsatz des Systems in einem Haus mit 64 Haushalten auf 16 Stockwerken, das über eine Photovoltaikanlage von 800 Quadratmetern auf Dach und Südfassade verfügt, simuliert.
20 Prozent CO2-Emissionen werden im Vergleich zu einer normalen Gasheizung gespart. „Als die Studie vor dem Ukraine-Krieg erschien, lagen die Preise für Strom und Biogas noch so, dass die Anlage sich nicht gerechnet hätte. Doch inzwischen hat sich allein der Biogas-Preis auf zwölf bis 15 Cent pro Kilowattstunde fast verdoppelt. Dadurch wäre die Anlage, eine Nutzungsdauer von 20 Jahren angenommen, heute schon rentabel“, so PSI-Ingenieur Emanuele Moioli.
Großes Wachstumspotenzial
Das Potenzial von Power-to-Gas-Anlagen ist enorm. So wird der weltweite Power-to-Gas-Markt, der im Jahr 2019 noch bei 32,8 Millionen Dollar lag, wird bis 2027 auf 68,3 Millionen Dollar anwachsen, wie der Marktforscher Emergen Research in seinem jüngsten Bericht prognostiziert. Das Unternehmen beschränkt sich bei seinem Forecast auf Elektrolyseure und Methanisierungsanlagen (pressetext berichtete).