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Wettlauf gegen die Zeit in Indonesien

Hunderttausende Menschen in Südostasien sind nach den Naturkatastrophen der vergangenen Woche dringend auf Hilfe angewiesen. Auf der indonesischen Insel Sumatra bebte die Erde am Mittwoch und Donnerstag zwei Mal binnen 24 Stunden. Die beiden heftigen Beben mit den Stärken 7,6 und 6,9 forderten bislang über 1.200 Menschenleben. Tausende sind noch unter den Trümmern eingeschlossen. Zuvor hatte der Tropensturm "Ketsana" auf den Philippinen, in Vietnam und in Kambodscha zu weit über 300 Toten und schweren Verwüstungen geführt.

05.10.2009

Foto: Evan Schneider/ UN-Photo
Foto: Evan Schneider/ UN-Photo
"Auf Sumatra sind viele Orte wegen eingestürzter Brücken und verschütteter Zufahrtsstraßen noch von der Außenwelt abgeschnitten, Hilfe in den Katastrophengebieten ist dringend erforderlich", erklärt Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnis Entwicklung Hilft. Die Bergung der Verschütteten und die Versorgung der Verletzten werden durch starke Regenfälle behindert. In der am stärksten betroffenen Küstenstadt Padang im Westen Sumatras ist ein großes Krankenhaus eingestürzt.

"Auf den Philippinen sind 100.000 Menschen in den Notunterkünften wegen der massiven Überschwemmungen von Seuchen bedroht", sagt Mucke und nennt die Versorgung einer halben Million Menschen, die durch "Ketsana" obdachlos geworden sind, als wichtigste Aufgabe der Helfer dort. "Gefährdet werden die Menschen durch zwei weitere Wirbelstürme, die Meteorologen für die kommenden Tage angekündigt haben", so Mucke.

In allen Krisengebieten werden dringend Hilfsgüter und Medikamente benötigt. Die Hilfswerke im Bündnis arbeiten mit lokalen Partnern zusammen. So kooperiert Misereor auf Sumatra mit Bina Desa und Brot für die Welt mit Yakkum Emergency Unit. Auf den Philippinen wird die Brot für die Welt-Partnerorganisation KPML als Soforthilfe 2.500 Familien in Manila mit Nahrungsmitteln für eine Woche sowie Schulkleidung und Schulmaterialien für rund 6.000 Kinder unterstützen.

Bereits vor zwei Jahren gab es ein schweres Erdbeben in der Region um die Stadt Padang. Ein CARE-Sprecher sagte dazu: "Diese Region wurde damals sehr schwer getroffen und war gerade mitten im Wiederaufbau. Jetzt haben die Beben alles wieder zerstört." CARE hat in Indonesien Wasserkanister, Wasserreinigungspakete, Decken, Tücher und Hygieneartikel verteilt. Zusätzlich haben CARE-Mitarbeiter Material ausgeliefert, um Latrinen aufzubauen. "Viele der Überlebenden harren nur mit dem aus, was sie am Leibe tragen," sagt Dr. Anton Markmiller, Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg. In der zerstörten Region regnet es weiterhin unaufhaltsam. "Menschen schlafen auf der Straße, unter den Trümmern", so Markmiller. "Die ersten Kinder sind bereits erkrankt. Sie brauchen dringend Decken, Moskitonetze, Plastikplanen." Viele Wege und Straßen seien noch immer blockiert. "Wir müssen jetzt all unsere Kräfte darauf konzentrieren, schnell alle Betroffenen zu erreichen." Die Verteilungen fanden in dem stark zerstörten Bezirk und in der Stadt Padang Pariaman statt. "Dort sind viele Wasserquellen verschmutzt oder zerstört. Die Menschen trinken Kokosnusssaft oder Flusswasser. Seuchen oder Krankheiten können daher schnell ausbrechen", so Markmiller weiter.
Quelle: UD / na-el
 
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