Klimaschutz muss mehr können als CO2-Kompensation
Rechenzentren und KI-Anwendungen treiben den globalen Energieverbrauch in die Höhe. Viele Unternehmen setzen auf CO2-Kompensation – oft nur durch den Kauf von Zertifikaten. Doch Prior1 geht einen anderen Weg: Der Experte für betriebssichere und nachhaltige Rechenzentren folgt dem Prinzip „Vermeidung vor Kompensation“ und investiert dort, wo Emissionen unvermeidbar sind, in eine konkrete Lösung: BiogasUnite.
01.04.2025

Der ökologische Fußabdruck von Rechenzentren wird zur geschäftskritischen Kennzahl. Global verbrauchen Rechenzentren aktuell etwa 50 Gigawatt Strom. Ein Viertel davon entfällt auf Europa. Doch der Energiehunger wächst rasant: Die Analysten von Goldman Sachs schätzen, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2027 auf 84 Gigawatt ansteigen wird. Bis zum Jahr 2030 soll der weltweite Strombedarf durch Rechenzentren auf 122 Gigawatt steigen. In Deutschland wird erwartet, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf über 30 Milliarden Kilowattstunden ansteigen wird. Das entspricht einer Steigerung von über 50 Prozent gegenüber 2024. Trotz innovativer Maßnahmen wie erneuerbaren Energien, Flüssigkeitskühlung und Abwärmenutzung steigen damit auch die CO2-Emissionen.
Das Problem betrifft nicht nur die Rechenzentrumsbranche: Trotz Effizienzsteigerungen in einigen Bereichen prognostizieren Experten, dass der Bruttostromverbrauch in Deutschland von 571 Terrawattstunden 2019 auf 745 Terrawattstunden im Jahr 2030 steigen wird.
Warum Zertifikate nicht ausreichen
Angesichts dieser Entwicklung setzen viele Unternehmen auf CO2-Kompensation – doch das Modell steht zunehmend in der Kritik. Häufig bleibt unklar, ob die finanzierten Projekte tatsächlich nur durch Kompensationszahlungen realisiert wurden oder ohnehin stattgefunden hätten. Weitere Probleme betreffen die fehlende Dauerhaftigkeit: Besonders bei naturbasierten Projekten besteht das Risiko, dass die gebundenen Emissionen nicht langfristig gespeichert bleiben. Zudem sind die methodischen Herausforderungen bei der Berechnung der Einsparungen erheblich. Experten betonen daher, dass CO2-Kompensation nur die drittbeste Lösung ist – nach Vermeidung und Reduktion von Emissionen.
Prior1: Vermeidung vor Kompensation
Prior1 verfolgt in seiner Nachhaltigkeitsstrategie konsequent das Prinzip „Vermeidung vor Kompensation“. Durch energieeffiziente Rechenzentren, nachhaltige Materialien und ressourcenschonende Mobilitätskonzepte minimiert das Unternehmen seinen CO2-Ausstoß. Doch einige Emissionen – etwa durch Bau, Logistik und Dienstreisen – lassen sich nicht vermeiden.
Statt einfach CO2-Zertifikate zu kaufen, setzt Prior1 auf eine direkte, messbare Lösung: BiogasUnite. Die Initiative fördert das langfristige Funktionieren von Haushaltsbiogasanlagen in Subsahara-Afrika und deren massenhafte Verbreitung, um damit nicht nur Emissionen einzusparen, sondern saubere Kochenergie wirtschaftlich interessant zu machen.
Das Energiedilemma in Afrika
Während Industrieländer nach Wegen suchen, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren, kämpft der Großteil der Menschen in Subsahara-Afrika noch immer um den Zugang zu (sauberer) Energie. Die Zahlen sind ernüchternd: Fast 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika – fast die Hälfte der Bevölkerung – haben keinen Zugang zu Strom. Bis 2040 wird der Energiebedarf aufgrund von Bevölkerungswachstum und steigendem Lebensstandard um 80 Prozent ansteigen.
In diesem Spannungsfeld zwischen Energiearmut und Klimakrise entfaltet sich ein oft übersehenes Problem: In Millionen afrikanischen Haushalten wird täglich mit Holz oder Holzkohle gekocht. In Subsahara-Afrika sind 70 Prozent der Haushalte von Holzenergie abhängig – mit gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt. Die massive Abholzung beschleunigt den Klimawandel, während offene Feuerstellen in Küchen zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen, besonders bei Frauen, führen.
Biogas als nachhaltige Antwort auf Energiearmut und Armut
In ganz Subsahara-Afrika wurden bisher rund 200.000 kleine Biogasanlagen für Haushalte installiert, um saubere Kochenergie zu liefern. Biogasanlagen verwandeln organische Abfälle in ein brennbares, sicheres und erneuerbares Gas mit dem Ziel, Menschen eine Möglichkeit zu geben, aus organischen Abfällen ihre eigene rauchfreie Kochenergie zu produzieren und so von Holz und Holzkohle wegzukommen.
Leider sind zwischen 60 und 90 Prozent dieser Anlagen außer Betrieb, denn Entwicklungsprojekte und CO2-Kompensationsprogramme, die den Großteil der Biogasanlagen in der Region finanziert haben, sind ausgelaufen, ohne nachhaltige Reparatur- und Wartungsnetzwerke zu hinterlassen. Und: Ohne eine Einkommensmöglichkeit für die mehrheitlich arme Bevölkerung zu schaffen.
BiogasUnite greift genau dort an. Über eine digitale Plattform wird ein Pan-Afrikanischer Wartungs- und Reparaturservice aufgebaut, der alle existierenden Biogasanlagen wieder ans Laufen bringt. Danach können alle Biogasproduzenten zu CO2-Zertifikatehändlern werden, indem sie über BiogasUnite für das durch sie eingesparte CO2 bezahlt werden – von Firmen wie Prior1. Dadurch entsteht ein würdevoller Austausch von Leistungen: Ein Bauer in einem afrikanischen Land produziert Biogas, das Holz und Holzkohle ersetzt und dadurch viele CO2-Emissionen einspart, und eine Firma mit CO2-Fußabdruck kauft diese Einsparung und hilft so dem Bauern in Afrika auf würdevolle Art und Weise ein zusätzliches Einkommen für die Familie zu generieren. Es wird für eine Leistung bezahlt, die digital genau nachvollzogen werden kann. Nur wirklich produziertes Biogas wird auch abgerechnet. Dahinter steht eine andere Mentalität als das problematische Verschenken von Biogasanlagen.
BiogasUnite: CO2-Kompensation mit langfristiger Wirkung
BiogasUnite zeigt, dass CO2-Kompensation mehr sein kann als der bloße Kauf von Zertifikaten. Statt auf kurzfristige Lösungen oder Subventionen setzt das Modell auf lokale Wertschöpfung: Menschen werden zu Energieunternehmern, Biogas wird zur Einkommensquelle, nachhaltige Strukturen entstehen. Und Prior1 ist eine der ersten Firmen, die den Aufbau der dafür nötigen Strukturen unterstützen.
Prior1 zeigt einmal mehr, dass auch im Klimaschutz manchmal eine „Extra-Mile“ gegangen werden muss. Anstelle isolierter Projekte sind integrierte Lösungen gefragt, die ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte miteinander verbinden. Hochwertige Initiativen wie BiogasUnite tragen nicht nur zur CO2-Reduktion bei, sondern adressieren mindestens 10 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Sie fördern den Technologietransfer, stärken lokale Wirtschaftskreisläufe und unterstützen langfristig den Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
Ein Modell mit Zukunft?
Der Ansatz von BiogasUnite könnte richtungsweisend für die nächste Generation von CO2-Kompensationsprojekten werden. Durch die Verbindung von Klimaschutz, wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Besonders für energieintensive Branchen wie die IT bietet dieser Ansatz eine Möglichkeit, über reine Kompensation hinaus messbare positive Effekte zu erzielen.
Ob sich dieses Modell langfristig etabliert, hängt nicht zuletzt davon ab, inwieweit Unternehmen bereit sind, über Greenwashing hinauszugehen und echte Verantwortung für ihren ökologischen Fußabdruck zu übernehmen. Die Initiative von BiogasUnite kann bereits jetzt aktiv unterstützt werden – unabhängig von Kompensationsmodellen. Eine laufende Crowdfunding-Kampagne soll den nächsten Entwicklungsschritt ermöglichen und das Potenzial dieser nachhaltigen Lösung weiter ausbauen.