CSR-Management

Lieferkette dekarbonisieren – Klimaziele erreichen

Das kommende Jahrzehnt ist entscheidend für die Klimatransformation der Wirtschaft – aktuell befinden wir uns allerdings noch in den Startlöchern. Obwohl sich viele Unternehmen bereits ambitionierte Klimaziele gesetzt haben, bleibt oft die Frage bestehen, wie sie diese in der Praxis umsetzen können.

02.12.2021

Lieferkette dekarbonisieren – Klimaziele erreichen

Von Lara Obst, Mitgründerin und Geschäftsführerin von THE CLIMATE CHOICE

Der größte Hebel der Klimatransformation: die Lieferkette

Der größte Hebel für umfassende CO2-Reduktion ist dabei die Lieferkette. Laut CPD (Carbon Disclosure Project) liegt großes CO2-Einsparpotenzial im Einkauf sowie im Lieferantenmanagement, denn bis zu 90 Prozent der Emissionen entstehen durch eingekaufte Produkte und Dienstleistungen.

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Jede Einkaufsentscheidung wird damit zu einer Klimaentscheidung. Klimarelevante Budgetentscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bestimmen über die erfolgreiche Klimatranformation im eigenen Unternehmen. Denn zusammen mit Lieferanten, welche selbst KIimaziele verfolgen, lassen sich effektiv Reduktionsmaßnahmen umsetzen und die Klimawirkung im eigenen Unternehmen verbessern.

Herausforderungen einer klimakompatiblen Lieferkette – Transparenz und Daten

Wie wichtig der Einkauf für eine schnelle und umfassende CO2-Reduktion ist, weiß auch die Wirtschaft. Bereits 69 Prozent aller Befragten geben im Procurement Barometer 2021 an, die Nachhaltigkeitsleistung ihrer Lieferanten in der Auswahl sowie bei Vertragsverlängerungen zu berücksichtigen.

Dennoch stellt die hierfür nötige Datengrundlage oft noch eine große Herausforderung dar. Denn vielen Unternehmen fehlen die Ressourcen und passenden Tools, um den Klimareifegrad der Lieferanten transparent und vergleichbar zu erfassen. Mit der bloßen Berechnung von CO2-Emissionen ist es dabei noch lange nicht getan. Eine ganzheitliche Erfassung der unternehmerischen Klimaleistung zeigt ebenfalls auf, in welchem Ausmaß, Intensität und Schnelligkeit Klimaziele umgesetzt werden. Orientierung für die wichtigsten Dimensionen klimakompatiblen Wirtschaftens bieten internationale Vorgaben wie die der EU-Taxonomie oder das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol).

Heute unterstützen externe Software-Lösungen Unternehmen dabei, relevante Daten entlang der Lieferkette zu erheben. Mithilfe einer solchen digitalen Umfrage erhalten Unternehmen standardisierte Informationen über die Klimaleistung ihrer Lieferanten. Dies bildet die Grundvoraussetzung, um Handlungspotentiale aufzudecken und zusammen mit den Lieferanten CO2-Reduktionsmaßnahmen anzugehen.

Kooperation und Zusammenarbeit mit Lieferanten

Sobald sich Unternehmen ein Bild von der eigenen Lieferkette und den damit zusammenhängenden Emissionen gemacht haben, kann die Dekarbonisierung in Angriff genommen werden.

Das Ziel ist dabei, die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen so zu gestalten, dass vom Einkauf der Rohstoffe, über den Transport bis hin zur Herstellung des Endprodukts möglichst geringe Umweltbelastungen entstehen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Einkauf bedeutet ein klimakompatibles Lieferantenmanagement also, gerade auch ökologische Leistungsfaktoren in den Prozess der Lieferantenauswahl und die gesamte Beschaffungspraxis einzubeziehen.

Hier ist Kooperation das Stichwort! In enger Zusammenarbeit mit den relevanten Lieferanten lassen sich herkömmliche Prozesse optimieren und emissionsärmere sowie ressourcenschonende Herstellungsweisen entwickeln. Wichtig ist hierbei, die eigenen Anforderungen an Lieferanten transparent zu kommunizieren und sie bei der Umsetzung dieser zu unterstützen. So werden vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen gestärkt und Risiken wie Lieferausfall minimiert. Indem Unternehmen proaktiv und systematisch mit Lieferanten kooperieren und gemeinsam mit ihnen individuelle Lösungsansätze finden, können sie letztlich jede Stufe der Wertschöpfung transformieren: Vom Einkauf der Rohstoffe, über Transport und Prozesse der Herstellung bis hin zur Nutzung und Entsorgung der Produkte.

Die Klimatransformation jetzt umsetzen

Wir halten fest: Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Lieferanten eines Unternehmens ermöglicht es, gemeinsam innovative Möglichkeiten zu erkennen und umzusetzen. Voraussetzung dafür ist, entlang der gesamten Lieferkette klimarelevante Daten zu erheben und den Klimareifegrad der Lieferanten umfassend zu verstehen.

Die zentrale Bedeutung von klimarelevanten Daten bei der Dekarbonisierung war auch eines der Schlüsselthemen beim Climate Transformation Summit 2021, bei dem 50 Expert:innen sowie 600 Teilnehmer:innen aus der gesamten DACH-Region über Best Practices der Klimatransformation diskutiert haben. Inspiriert vom Wissenstransfer des Summit ist der Climate Best Practice Guide 2021 entstanden, welcher die wichtigsten Ergebnisse des Austauschs zusammenfasst. In ihm finden sich weitere Insights über die Dekarbonisierung der Lieferkette sowie konkrete Handlungsmaßnahmen entlang der 7 Impact-Kategorien.

Der vollständige Guide steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Lara Obst, Mitgründerin und Geschäftsführerin von THE CLIMATE CHOICE
 
 

Über die Autorin

Lara Obst ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von THE CLIMATE CHOICE, der klimadaten-getriebenen B2B-Plattform zur Dekarbonisierung von Unternehmen und ihren Lieferketten. Zuverlässige Klima-Ratings helfen Unternehmen und Lieferanten, ihre klimarelevanten Chancen, Potentiale und Risiken strukturiert zu erfassen. Die SaaS-Plattform macht die Klima-Daten sichtbar und ermöglicht so eine transparente und verbesserte Zusammenarbeit entlang der Lieferkette.

Quelle: UD
 

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