CSR-Management

Wie zuverlässig sind Green Claims wirklich?

Nachhaltigkeit und Transparenz auf der IFA Berlin: In der schnelllebigen Technikwelt steht die IFA in Berlin für Innovation, Fortschritt und Zukunft. Doch neben all den spannenden technischen Neuheiten wird ein Thema immer wichtiger: die ökologische Verantwortung.

08.09.2023

Wie zuverlässig sind Green Claims wirklich?

Von Jean-Baptiste Ceaux, Director of Operations Europe bei Sourcemap

Unternehmen in der Tech-Branche reagieren auf den wachsenden Wunsch der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Nachhaltigkeit, indem sie vermehrt auf sogenannte „Green Claims“ oder „Eco-Claims“ setzen: Mit grünen Werbebotschaften heben sie dabei die umweltfreundlichen Aspekte ihrer Produkte hervor. Vor allem Smartphone-Hersteller nutzen Eco-Claims, um für umweltfreundliche Verpackungen, recycelte Materialien oder einen reduzierten CO2-Fußabdruck zu werben. Mit Erfolg: GfK-Daten zeigen, dass im Februar 2023 bereits 71 Prozent des Smartphone-Umsatzes in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien mit Produkten mit drei oder mehr Eco-Claims erzielt wurden.

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Doch wie verlässlich sind diese Aussagen? Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Europäischen Kommission hat ergeben, dass 53 Prozent der grünen Werbeaussagen von Unternehmen auf vagen, irreführenden oder unbegründeten Informationen beruhen.

Neue Gesetze sollen solche umweltbezogenen Werbeaussagen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern künftig stark einschränken. So soll die sogenannte „Green Claim Directive“ der EU-Kommission Greenwashing bekämpfen, indem sie konkret regelt, wie und welche Green Claims gegenüber dem Konsumenten noch erlaubt sein sollen. Die Direktive fordert, dass Unternehmen künftig nicht nur den Nachweis erbringen und entsprechende Daten liefern müssen, sondern auch deren Verifizierung durch unabhängige Stellen sicherstellen, und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Umsetzung dieser Vorgaben mag auf den ersten Blick komplex erscheinen. Der gemeinsame Nenner dieser Gesetze ist jedoch das Thema Rückverfolgbarkeit, weshalb die Einhaltung der Vorschriften mit den richtigen technischen Tools deutlich vereinfacht werden kann. Supply Chain Mapping ist beispielsweise der erste Schritt, um Lieferketten nach unterschiedlichen Kriterien und Gesetzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt zu erfassen und abzubilden. Die damit gewonnene Transparenz vereinfacht es, zu überprüfen, ob die Produktion etwa frei von Risiken wie Abholzung oder Zwangsarbeit ist. Auch lassen sich Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch und Abfall von allen Lieferanten entlang der Lieferkette einfacher messen und überwachen. Durch den Einsatz von Instrumenten wie Supply Chain Mapping können Unternehmen nicht nur die Auswirkungen ihrer Aktivitäten quantifizieren, sondern auch ihre Prozesse verbessern. Sie sorgen damit für die Einhaltung von Vorschriften, stärken das Vertrauen ihrer Stakeholder und tragen langfristig zu einem ernsthafteren und verantwortungsbewussten Umgang mit Umweltversprechen in der Branche bei.

Quelle: UD/pm
 

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