21.11.2018

06.04.2018

Klimawandel

„Nur wer Transparenz über sein Verbrauchsverhalten hat, kann Energie, Kosten und CO2 einsparen“

Viele Menschen vergeuden Energie, weil sie es nicht besser wissen. Aber Verantwortung für Energieverbrauch und Klimaschutz kann man lernen. Das weiß man auch bei ista. Der Energiedienstleister hat 2017 das Bildungsprojekt „ista macht Schule“ ins Leben gerufen, das Kinder für die Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit begeistern soll. Zunächst an fünf Essener Schulen getestet, folgt nun der bundesweite Start. Für sein Engagement wurde „ista macht Schule“ als „Schrittmacher“ der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet. Wir haben mit Katharina Kemler aus der Unternehmenskommunikation von ista über das Projekt gesprochen.

„Nur wer Transparenz über sein Verbrauchsverhalten hat, kann Energie, Kosten und CO2 einsparen“
Die Schüler beim Technikexkurs.
Katharina Kemler, Corporate Communications & Public Affairs ista
Katharina Kemler, Corporate Communications & Public Affairs ista

UmweltDialog: ista engagiert sich für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz an deutschen Schulen. Wird dort so viel Energie verschwendet, oder warum haben Sie das Projekt „ista macht Schule“ ins Leben gerufen?

Katharina Kemler: Öffentliche Gebäude wie Schulen sind oftmals eine „Black Box“ für Energieverbräuche. Durch viele Nutzer und Bewegung innerhalb der Gebäude ist ein Bewusstsein für energieeffizientes Handeln besonders wichtig. Energiesparen hat hier sowohl eine umweltpädagogische als auch eine soziale und eine finanzielle Dimension.

Die Initiative will vor allem Transparenz in die Energieverbräuche von Schulen bringen. Bitte erklären Sie, wie „ista macht Schule“ genau funktioniert.

Kemler: Nur wer Transparenz über sein persönliches Verbrauchsverhalten hat, kann selbstständig Energie, Kosten und CO2 einsparen. Dies gilt nicht nur für den privaten Wohnraum, sondern auch für öffentliche Gebäude. Zum Projektstart haben wir deshalb fünf Essener Schulen mit modernster Technologie zum Messen von Energieverbräuchen ausgestattet. Die Energieverbräuche werden ausgewertet und prominent auf großformatigen Info-Screens in der jeweiligen Schule visualisiert. Die Schülerinnen und Schüler werden so für den Energieverbrauch in ihren Klassenräumen sensibilisiert – und diskutieren im Unterricht gemeinsam, wie sie durch einfache Maßnahmen Energie sparen können.

Nachdem Sie fünf Pilotschulen in Essen betreut haben, soll nun der bundesweite Start an 100 Schulen folgen. Wie fällt Ihre Bilanz nach zwölf Monaten Projektarbeit aus und was erwarten Sie von der Zukunft?

Kemler: In den vergangenen Monaten haben wir uns gemeinsam mit Schülern und Lehrern auf Spurensuche begeben und zahlreiche Energieeinsparpotenziale entdeckt. Nun geht es darum, geeignete Maßnahmen umzusetzen. Die Auswertung der Energieverbräuche zeigte etwa, dass allein durch eine sachgerechte Regulierung der Heizungsanlage rasch große Einsparungen möglich sind.

Was uns jedoch ganz besonders antreibt, ist die große Begeisterung und das außerordentliche Engagement die Schülerinnen und Schüler. In Zukunft möchten wir „ista macht Schule“ daher gemeinsam mit weiteren Partnern fortführen und so weitere Schulen bei der Umsetzung von Klimaschutzprojekten unterstützen.

Konzentriert bei der Arbeit.

Sie statten die Schulen nicht nur mit modernen Messgeräten aus, sondern erarbeiten auch geeignete Lehrkonzepte wie etwa Workshops, in denen Kinder lernen, wie sie Energie sparen können. Nicht jeder sieht es gerne, wenn Unternehmen sich in den Unterricht und damit in staatliche Aufgaben einmischen. Was sagen Sie dazu?

Kemler: Das Unterrichtskonzept wurde in Zusammenarbeit mit den Lehrkörpern der beteiligten Schulen sowie den Klimaschutzbeauftragten der Stadt Essen entwickelt. So stellen wir sicher, dass die Unterrichtsinhalte pädagogisch wertvoll und inhaltlich fundiert sind. In den verschiedenen Unterrichtsformaten stehen stets die Inhalte im Vordergrund. Gemeinsam möchten wir Schülerinnen und Schüler für Energieeffizienz und Klimaschutz begeistern und die Schulen dabei unterstützen, die entwickelten Lehrkonzepte auch nach Ende der Pilotphase weiter fortzuführen, um die Thematik fest im Lehrplan zu integrieren.

„ista macht Schule“ steht und fällt mit dem Engagement der Kinder. Was hat Sie am meisten bei der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern überrascht?

Kemler: Mich hat überrascht, wie viel die Schülerinnen und Schüler bereits wissen. Klimaschutz ist ein Thema, das in ihrem Alltag bereits eine große Rolle spielt. Die Jugendlichen wissen sehr genau um die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns. Im Schulalltag fehlen jedoch oftmals die Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen und eigene Ideen und Projekte zu realisieren. Umso mehr freut es mich, dass wir mit „ista macht Schule“ die ersten Steine ins Rollen bringen konnten.

Die Kinder und Jugendlichen sollen nicht nur den Energieverbrauch in der Schule reduzieren, sondern auch zu Hause die Familien zur mehr Verantwortung ermutigen. Wie gelingt das am besten?

Kemler: Neben dem fachlichen Wissen über die Energienutzung erlernen die Schülerinnen und Schüler im Unterricht auch Handlungs- und Lösungskompetenzen, die sie als Multiplikatoren an andere Schüler und auch innerhalb der Familie weitervermitteln können. Sei es das Herunterdrehen der Heizung beim Verlassen des Raumes oder das richtige Laden des Smartphones – in der Summe bewirken die vielen kleinen Maßnahmen eine ganze Menge.

Aus Ihrer Initiative haben sich weitere Projekte entwickelt. So gibt es nun beispielsweise am Gymnasium Essen-Überruhr (GEÜ) den Kurs „GEÜ goes green“. Bitte erklären Sie das Konzept.

Kemler: Nach den Sommerferien begann am Gymnasium Essen-Überruhr der Projektkurs „GEÜ goes green“. In diesem Kurs setzen sich die 22 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe intensiv mit dem Thema Energieeffizienz auseinander. Dabei werden nicht nur die Themen Energie und Klima behandelt, sondern auch technische und ökonomische Aspekte von Effizienzmaßnahmen betrachtet. Ein Schuljahr lang identifizieren die Schülerinnen und Schüler Energieeinsparpotenziale im Schulgebäude und entwickeln Maßnahmen, um den Energieverbrauch der Schule zu senken. Ein Pluspunkt für die Schülerinnen und Schüler ist die mögliche Anrechnung des Kurses für die Gesamtwertung der Abiturnote.

Die Klimakiste.

Was hat es mit den sogenannten „KlimaKisten“ auf sich?

Kemler: Die KlimaKiste ist ein Kooperationsprojekt von „ista macht Schule“ und dem gemeinnützigen Verein BildungsCent. Ab September können in 100 Schulen in ganz Deutschland Kinder und Jugendliche mit der KlimaKiste in Sachen Klimaschutz selbst aktiv werden – beispielsweise indem sie mit verschiedenen Messgeräten energetische Schwachstellen im Schulgebäude aufdecken oder mithilfe innovativer Lernmaterialien eigene Klimaschutzkonzepte für ihre Schule umsetzen.

Das Besondere: Essener Schülerinnen und Schüler entwickelten – im Rahmen von „ista macht Schule“ – die KlimaKiste selbstständig in einem Kreativworkshop. So entspricht die KlimaKiste den Anforderungen und Bedürfnissen junger Menschen.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Quelle: UmweltDialog
 

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