20.10.2018

22.07.2016

Lebensmittel

Heimatliebe geht durch den Magen: Fünf Tipps für den regionalen Einkauf

Warum in Äpfel aus Neuseeland beißen, wenn jetzt heimische Kirschen locken? Vieles spricht für saisonale Lebensmittel aus der Region. Wer dann noch zu Bio greift, ist ein wahrer Klimaheld. "Verbraucher sollten nachfragen, wie und wo ihre Lebensmittel erzeugt werden - und Betriebe müssen für Transparenz sorgen", fordert Ulf Schönheim. Der Vorstand der Regionalwert AG Hamburg, von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und der Deutschen Bank zum "Ausgezeichneten Ort" gekürt, erklärt, worauf es beim Kauf regionaler Produkte ankommt.

Heimatliebe geht durch den Magen: Fünf Tipps für den regionalen Einkauf

Kartoffeln vom Bauern aus der Umgebung, Eier vom Hühnerhof nebenan: Die Mehrheit der Deutschen (76 Prozent) greift laut Ernährungsreport 2016 des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung am liebsten zu Produkten aus ihrer Region. Überzeugen lassen sie sich dabei von kurzen Transportwegen, die mehr Frische versprechen und das Klima schonen. Ein weiteres Plus: Der Verkauf lokal erzeugter Waren kurbelt die Land- und Lebensmittelwirtschaft vor Ort an. Wie also füllen Verbraucher mit gutem Gewissen ihren Einkaufskorb? Fünf Tipps von Ulf Schönheim, Gründer der Regionalwert AG Hamburg:

1. Regional? Eine Frage des Standpunkts

"Aus dem Ländle" - "Gutes aus der Heimat" - "Von hier". Egal was das Warenetikett auch vorgaukelt: Regional ist nicht gleich regional. Auch Siegel wie "Regionalfenster", das Herkunft und Verarbeitungsort angibt, helfen nicht unbedingt bei der Kaufentscheidung. Für Norddeutsche kann es beispielsweise sinnvoll sein, Gemüse aus dem nahen Dänemark zu kaufen, das zwar nicht hierzulande gewachsen ist, aber trotzdem aus dem Umland stammt. Jeder Verbraucher sollte daher für sich herausfinden, was für ihn regional ist - und prüfen, woher Birne, Möhre und Co. kommen. Dabei gilt: Je näher desto besser.

2. Bio, bitte!

Wahre Heimatliebe zeigt, wer auf das Bio-Siegel achtet - am besten von Verbänden wie Bioland oder Demeter. Denn regional allein ist nicht genug: Erste Wahl sollten immer ökologisch zertifizierte Lebensmittel aus dem Umland sein. Bei ihnen können Verbraucher sicher sein, dass Getreide oder Fleisch Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, zum Beispiel fair und klimaschonend hergestellt wurden. Außerdem sorgt der Kauf von Bioobst oder -gemüse dafür, dass die Äcker im Umland auch in Zukunft noch Erträge einbringen - weil die Bio-Bauern den Wert des Bodens erhalten, etwa indem sie auf Monokulturen verzichten.

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3. Saisonal statt global

Obst aus Übersee einfliegen lassen? Oder lieber heimische Früchte aus dem Kühlhaus genießen? Beides nicht klimafreundlich. Daher möglichst auf Obst und Gemüse setzen, das Saison hat. Im Juli bedeutet das zum Beispiel: auf Äpfel verzichten und stattdessen Kirschen und Himbeeren aus der Region essen. Dann stimmt die Öko-Bilanz. Wer sich mit Erntezeiten nicht auskennt, schaut in einem der vielen Saisonkalender für deutsches Obst und Gemüse nach.

4. Auf Du und Du mit dem Erzeuger

Wollen Verbraucher auf Nummer sicher gehen, was auf ihrem Teller landet, sollten sie direkt beim Erzeuger einkaufen - etwa auf Wochenmärkten oder in Hofläden. Einen Nachhaltigkeitsnachweis für Lebensmittel bekommen Mitglieder der deutschlandweit vier Regionalwert-AGs: Sie kaufen bei den Bio-Bauern oder Einzelhändlern der AG - und verdienen als Bürgeraktionäre mit. Oder doch die gute alte Gemüsekiste? Sie ist heute so flexibel wie ein Online-Shop und wird ganz nach Kundenwunsch gefüllt und geliefert.

5. Regionales online ordern

Ein Trend, der sich in Großstädten durchsetzt, ist das Food assembling: Verbraucher schließen sich zusammen und bestellen über ein gemeinsames Internetportal bei Erzeugern der Umgebung. Ab einer bestimmten Menge liefert der Landwirt einmal die Woche zu einem der Kunden. Dort holen alle ihre bestellten Lebensmittel ab. Bequem sind Lieferservices, die sich auf Regionales spezialisiert haben. So wie das Wiesbadener Kiezkaufhaus, "Ausgezeichneter Ort 2016": Verbraucher erwerben online Produkte, die lokale Händler und Hersteller auf dem virtuellen Marktplatz anbieten.

Quelle: UD/na
 

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