Zunehmende Nachfrage nach Fairtrade-Kakao trotz hoher Weltmarktpreise
Trotz stabiler Verkaufszahlen und gestiegener Nachfrage nach Fairtrade-Zucker, steht die Fairtrade-Kakaoindustrie aufgrund klimabedingter Ernteausfälle und hoher Weltmarktpreise vor Herausforderungen. Fairtrade Deutschland präsentiert eine neue Strategie zur Existenzsicherung der Kakaobäuerinnen und -bauern auf der Internationalen Süßwarenmesse ISM.
11.02.2025

Fairtrade-Kakao und -Zucker erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit im Süßwarenbereich: Im Jahr 2024 blieb der Absatz von Fairtrade-Kakao mit etwa 81.000 Tonnen stabil im Vergleich zum Vorjahr, während der Verkauf von Fairtrade-Zucker um 3 Prozent auf 8.100 Tonnen anstieg. Diese Informationen wurden von Fairtrade Deutschland vor der Internationalen Süßwarenmesse ISM veröffentlicht. Den ersten Hochrechnungen zufolge erzielten die Fairtrade-zertifizierten Kakaobäuerinnen und -bauern rund 18 Millionen Euro an Fairtrade-Prämien, einem zusätzlichen finanziellen Bonus zu den Verkaufspreisen, der in lokale Gemeinschaftsprojekte investiert wird.
Seit 2017 hat sich der Absatz von Fairtrade-Kakao um 40 Prozent erhöht. Dass es im Jahr 2024 keinen weiteren Anstieg gab, ist hauptsächlich auf die extrem hohen Preise auf dem Weltmarkt zurückzuführen: Viele Unternehmen passen ihre Rezepturen an und verzichten auf kostspieligere Kakaoprodukte. „Die hohen Preise resultieren vor allem aus geringen und zerstörten Ernteerträge durch die Klimakrise“, erklärt Fairtrade-Vorständin Claudia Brück. „Hohe Weltmarktpreise sorgen also nicht zwingend zu Mehreinnahmen bei Kakaobäuerinnen und -bauern, wenn sie keinen Kakao zum Verkaufen haben.“
Fairtrade-Strategie zur Existenzsicherung
Um dieser Herausforderung zu begegnen und die Einkommenssituation sowie die Lebensbedingungen zu verbessern, hat Fairtrade eine Initiative für existenzsichernde Einkommen ins Leben gerufen, die auf der Süßwarenmesse ISM präsentiert wird.
Diese Initiative für existenzsicherndes Einkommen beinhaltet die Festlegung eines Kakaopreises, der wesentliche Faktoren wie den Zugang zu gesunden Lebensmitteln, sauberem Trinkwasser, sicheren Wohnverhältnissen, Bildung, medizinischer Versorgung sowie finanzielle Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse und Altersvorsorge berücksichtigt.
Zusätzlich zu den finanziellen Aspekten fördert die Fairtrade-Initiative auch nachhaltige Anbaumethoden und etabliert langfristige Handelsbeziehungen, die größere Abnahmemengen ermöglichen. Die Fairtrade-Partner investieren in unterstützende Programme, die sowohl einzelne Landwirte als auch die Gemeinschaft der Kooperativen stärken. „Um die Einkommen von Bauern und Bäuerinnen stabil und langfristig zu erhöhen, benötigen wir das Engagement von Partnern, die größere Abnahmemengen garantieren und zusätzlich in begleitende Programme investieren“, erläuterte Brück auf der internationalen Süßwarenmesse ISM in Köln.