Politik

Bayerische Lösungen für weltweite Umwelttechnologiemärkte

Am 16. und 17. September dieses Jahres finden unter dem Motto „Märkte heute und morgen“ in Augsburg die „Cluster-Tage 2009“ statt. Veranstalter ist der Umweltcluster Bayern. Die Wirtschaftsförderungseinrichtung bündelt das Potenzial der über 2.000 bayerischen Umwelttechnologie-Unternehmen und unterstützt sie bei der Entwicklung und internationalen Vermarktung ihrer Produkte und Verfahren. Eine Auswahl dieser Firmen, ergänzt durch Wissenschaftler und Vertreter aus Kommunen und Verwaltung, präsentiert an den beiden Veranstaltungstagen ihre Lösungen für eine effiziente Wasser- und Stoffstromwirtschaft. Ein weiterer Themenblock widmet sich aktuellen Finanzierungsmöglichkeiten für die hauptsächlich mittelständisch strukturierte Greentech-Branche.

05.08.2009

Ein großer Teil der in Deutschland produzierten und weltweit abgesetzten Umwelttechnologien stammt aus Bayern, Tendenz steigend. Nach Angaben des Bayerischen Wirtschaftsministeriums konnte die Umwelttechnikbranche des Freistaats über die letzten Jahre hinweg ein konstantes Wachstum von über 20 Prozent verzeichnen.

Speziell bei der Abwasserbehandlung ist der Standard in Bayern hoch. Nichtsdestoweniger gibt es auch hier noch Verbesserungspotenziale. Dr. Martin Grambow, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft des Bayerischen Umweltministeriums: „Die Konzeption und Verfahrenstechnik von kommunalen Kläranlagen haben sich bisher weitgehend an der Reinigungsleistung orientiert. Gesichtspunkte wie Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen spielten bislang eine eher untergeordnete Rolle. So ist die Kläranlage in vielen Städten und Gemeinden der größte kommunale Stromverbraucher.“ Um den klimarelevanten Aspekten mehr Gewicht einzuräumen, hat das Bayerische Umweltministerium ein Entwicklungsprojekt in Auftrag gegeben, das zukunftsfähige Verfahrenstechniken oder Verfahrenskombinationen für neue kommunale Kläranlagen untersucht. Schwerpunkt hierbei sind die Möglichkeiten der Anaerobtechnik und deren verstärkte Anwendung in bisher nicht üblichen Einsatzbereichen. Martin Grambow wird am Beispiel des Projekts „Kläranlage der Zukunft“ aufzeigen, wie das Entwicklungs- und Zukunftspotenzial auf dem Wassersektor erkannt und realisiert werden kann. Auch andere Referenten aus dem Themenblock „Effiziente Wassernutzung“ werden aufzeigen, wie aus Abwasser verstärkt Energie- und Wertstoffe zurück gewonnen werden können.

„Ähnliche Ziele verfolgt die Abfallwirtschaft in Bayern - weg von reinen Entsorgungslösungen, hin zu einer integrierten Stoffstrom- und Energiewirtschaft“, sagt Dr. Manuela Wimmer, Geschäftsführerin des Umweltclusters Bayern. Dabei gelte es, für jede Abfallfraktion den ökonomisch und ökologisch optimalen Verwertungsweg zu finden. An den Cluster-Tagen greifen die Vortragsthemen hierfür relevante Teilaspekte auf: moderne Sortiertechnologien, die Verwertung mineralischer Reststoffe sowie die Möglichkeiten der Energieerzeugung durch Verbrennungs- oder Vergärungsprozesse.

Eine der Aufgabe des Umweltclusters Bayern ist die Förderung visionärer Technologien. Das Prädikat „Leuchtturmprojekt“ zeichnet hierbei vorbildliche Vorhaben aus, die sowohl national als auch international Zeichen setzen. An den Cluster-Tagen 2009 wird diese Auszeichnung an die Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH aus Höchstädt/Donau verliehen. Das Unternehmen errichtet derzeit eine dezentrale Trinkwasseraufbereitungsanlage für eine ländliche Siedlung in Brasilien. „Das im Wesentlichen auf Ultrafiltrations- und Umkehrosmose-Membransystemen beruhende Verfahren besticht vor allem durch seine modulare Anpassungsfähigkeit sowie die sozialen und gesundheitlichen Verbesserungen, die es den oft armen Menschen der brasilianischen Streusiedlungen bietet“, begründet die Umweltcluster-Geschäftsführerin Manuela Wimmer, die geplante Auszeichnung.
Quelle: UD / pm
 
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