Klimawandel

Emissionshandel: Ab 2013 muss Ernst gemacht werden

Seit 2005 wird in Europa das Treibhausgas CO2 gehandelt. Industrieanlagen aus zahlreichen Branchen müssen seitdem für jede ausgestoßene Tonne CO2 Emissionsrechte vorweisen. Die Erwartungen an den Emissionshandel, einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten, waren und sind hoch. Bei weitem nicht alle wurden bisher erfüllt, wie ein aktuelles Positionspapier der oekom research AG zum Emissionshandel aufzeigt. Die Weiterentwicklung des Emissionshandelssystems muss die EU deshalb intensiv vorantreiben und damit auch international eine Vorreiterrolle übernehmen.

09.09.2010

Foto: Marion Book
Foto: Marion Book
Emissionen von Treibhausgasen, insbesondere von CO2, dort zu reduzieren, wo es die geringsten Kosten verursacht - das ermöglicht der Emissionshandel als zentrales Instrument des internationalen Klimaschutzes. Die Europäische Union testet ein solches System seit 2005: das EU Emissions Trading Scheme (EU ETS). Grundsätzlich bewertet oekom research das System positiv. Die bisherigen Erfahrungen zeigen allerdings, dass der europäische Emissionshandel noch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt. „Das große Volumen der ausgegebenen Emissionsrechte hat zu sehr niedrigen CO2-Preisen und damit falschen Marktsignalen geführt. Außerdem sind zahlreiche Branchen und Treibhausgase nicht in das EU ETS eingebunden“, erklärt Kristina Rüter, Research Director bei oekom research, die Kritikpunkte.

Angesichts des rapide fortschreitenden Klimawandels besteht dringender Handlungsbedarf. „Spätestens 2013 muss im Emissionshandel Ernst gemacht werden“, sagt Rüter. Für die dritte Handelsperiode des EU ETS von 2013 bis 2020 hat die EU Kommission Nachbesserungen zur Mängelbeseitigung angekündigt. Dazu zählen unter anderem die Ausweitung auf weitere Treibhausgase, die Einbeziehung zusätzlicher Branchen sowie eine stärkere Auktionierung der Emissionsrechte. Ein weiterer Fokus liegt auf der sukzessiven Verringerung des Volumens ausgegebener Zertifikate über die gesamte Laufzeit hinweg.

Vorbild EU: von regionalen Systemen zum globalen Emissionshandel

Auch außerhalb der EU gibt es zahlreiche Initiativen zur Einführung und Weiterentwicklung von Emissionshandelssystemen, so etwa in Neuseeland, Japan und China. Von besonderer Bedeutung sind die Entwicklungen in den USA. Dort existieren bisher lediglich regionale Handelssysteme. Ende 2008 hatte Präsident Obama die Einführung eines nationalen Emissionshandelssystems angekündigt; bis dato ist der entsprechende Gesetzentwurf jedoch noch nicht verabschiedet.
 
Umso mehr muss nun die Europäische Union mit ihrem EU ETS beweisen, dass sie einen funktionsfähigen Emissionshandel auf den Weg bringen kann, um damit einen maßgeblichen Beitrag zum internationalen Klimaschutz zu leisten. Denn für weitere Verzögerungen im Emissionshandel ist angesichts dramatischer Prognosen zum Klimawandel kein Spielraum mehr.

„Für die EU gilt es, die bestehenden Mängel jetzt schnellstmöglich und konsequent zu beheben, damit in der dritten Handelsperiode ab 2013 deutliche Emissionsreduktionen realisiert werden“, betont Kristina Rüter. Nicht zuletzt mit Blick auf die anstehende Einbindung wachsender Schwellenländer wie Brasilien, Indien und China ist es von wesentlicher Bedeutung, dass die EU eine überzeugende Vorreiterrolle innerhalb der Entwicklung eines internationalen Emissionshandelssystems einnimmt.
Quelle: UD / pm
 
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